Kuschelparty

Das Kuscheln ist des Müllers Lust – oder warum wir Kuschelpartys brauchen.

Wenn wir heute ans Kuscheln denken, dann eigentlich hauptsächlich im Zusammenhang mit Zweisamkeit. Wir kuscheln mit unserem Partner. Oder wir kuscheln mit unseren Kindern. Dass ganze Gruppen von Menschen miteinander kuscheln, kennen wir eigentlich nicht mehr. Im besten Fall vielleicht noch aus irgendwelchen modernen Theateraufführungen, in denen wir aber spüren, dass es etwas archaisch Verborgenes in uns anspricht. Uralte Erinnerungen aus Steinzeithöhlenzeiten, als ganze Gruppen eines Stammes zusammenlagen, zusammengekauert, um sich gegenseitig zu wärmen, in kalten Wintern in Höhlen lebend. Ein solches geborgenes Gemeinschaftsgefühl zu erleben ist eigentlich eine tiefe Sehnsucht in jedem von uns – ABER, wir haben sie uns abgewöhnt, denn wir sind heute „zivilisiert". Das heißt, wir glauben, stolz darauf sein zu müssen, dass wir unseren eigene Heizstrahler und Ofen haben. Wir glauben nicht mehr auf die wärmende menschliche Nähe anderer angewiesen zu sein. Und so haben wir dieses kuschelige Gemeinschaftsgefühl ganz und gar ausgeklammert aus den Werten denen wir in unserer zivilisierten Gesellschaft frönen.

Dass man in die Einsamkeit geht ist nicht automatisch etwas Schlechtes. Im Gegenteil, um sich selbst zu finden, um mit sich selbst ins Reine zu kommen ist es sogar fast der einzige Weg. Zu allen Zeiten gab es dies. Bei vielen Indianerstämmen war es beispielsweise ein Ritus, dass junge Männer 40 Tage alleine in die Wildnis gingen um mit ihrer Jugendzeit abzuschließen. Aber heute, obwohl viele Menschen jahrelang vereinsamt in ihren Höhlen (Großstadtwohnungen) leben, funktioniert dieses „sich selbst finden" nicht mehr, weil sie dann trotzdem über Radio, TV und anderes zu sehr abgelenkt sind. So haben wir heute viele Menschen, die alleine leben, aber den eigentlichen Sinn des Alleine-Seins nicht mehr erfüllen können. Denn, nur wer sich selbst gefunden hat, kann als machtvoller Pfeiler und Stütze in eine Gemeinschaft zurückkehren und seinen Beitrag leisten.

So fehlen in unserer Gesellschaft also einerseits wohltuende Erfahrungen der Geborgenheit einer Gruppe und andrerseits transformierende Erfahrungen des zu sich selbst Findens. Das Leben wirkt immer ausgleichend. Dies ist der Grund, warum es in den letzten Jahren so viele Selbsterfahrungsangebote gibt, wo Menschen tiefe verborgene Teile ihres eigenen Seins wiederentdecken können.

Um dieses Gruppengeborgenheitsgefühl erleben zu können gibt es sogenannte Kuschelpartys. Auf einer Kuschelparty kann dieses Gefühl wohligen Verbundenheit innerhalb einer Gruppe erlebt werden. So kann der Mensch erahnen, wie es sein könnte, wenn die Menschheit insgesamt sich als eine Einheit sehen, fühlen und erfahren würde. Was sollte dagegen sprechen, dass die Menschheit das Leben als eine einzige Kuschel-Party zelebriert ? Nichts – aber vieles spricht dafür, denn ein jeder Krieg würde dann in Frieden und Zusammengehörigkeitsgefühl verwandelt. Der Mensch könnte endlich sich selbst andere und auch die gesamte Natur als eine Einheit begreifen und erleben.

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Kommentare

 
1. Masseur schrieb am 24.9.2015: Auf diesen Beitrag antwortenantworten  mit Zitat antwortenzitieren

ja - in der heutigen Zeit wird sogar das Massieren immer mehr auf Maschinen verlagert. Ganz aktuell sind ja die Massagebrillen "in"..

lg
 


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