Deutsch
Familienaufstellungen Webseiten

Zweierlei Glück. Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers

Zweierlei Glück. Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers

Carl-Auer-Systeme Verlag
2001-04

Gebundene Ausgabe
338 Seiten
ISBN: 3896701975




Kommentare und Bewertungen:
Diskussion zu diesem Buch eröffnen

Bewegendes Buch
Es war mein erstes "Hellinger" Buch und mich haben die Vorträge und der klare und deutliche Austausch zwischen Gruppenteilnehmern und Bert Hellinger wirklich begeistert. Die Inhalte wirkten auf mich nicht ausschließlich durch eine Ernsthaftigkeit, sondern ebenfalls durch lebendige und anregende Geschichten. Ich konnte mich beim Lesen sehr gut selbst widerfinden und es hat mich sowohl berührt als auch zum Schmunzeln gebracht.

Für mich persönlich habe ich durch das Lesen dieses Buches eine wertvolle und wichtige innere Einsicht erfahren, die mich weiter bringt und den Blick auf viele Dinge verändert hat. (Autor/in)


Hellinger-Kritik ungerechtfertigt
Nachdem mich die Lektüre des Buches tief berührt und viele Aha-Erlebnisse ausgelöst hat, hatte ich natürlich das Bedürfnis, mich mehr über Bert Hellinger zu informieren, habe im Internet recherchiert und bin auf viele kritische Stimmen zu seiner Person und seiner Therapieform gestoßen. Es wird ihm vorgeworfen, er sei anmaßend und autoritär, ein Faschist, seine Methode sei reiner esoterischer Humbug, wissenschaftlich unseriös. Da viele Leute auf diese kritischen Stimmen stoßen werden, vielleicht noch, bevor sie eine Zeile von Hellinger selbst gelesen haben, möchte ich gerne darauf eingehen.

Nach der Lektüre dieses Buches finde ich die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eigentlich alle widerlegt bzw. relativiert:

Es wird Hellinger Anmaßung vorgeworfen, ich erlebe ihn in den wörtlich wiedergegebenen Gesprächen als einen sehr vorsichtigen, demütigen Menschen, der bewußt "markante" Aussagen macht, im Dienste einer zu erzielenden Wirkung, der aber immer wieder relativiert. Oft antwortet er auf eine Frage, warum denn etwas so und so wirke, er wisse es nicht, aber die Erfahrung habe es bisher bestätigt. Manchmal sagt er, es könne vielleicht auch anders sein, aber das sei ihm noch nicht untergekommen. Bei manchen Themen sagt er auch "das verstehe ich noch nicht, dem muss man noch nachspüren". Er betont die Wichtigkeit, sich mit Deutungen zurückzuhalten und die Intervention auf ein Minimum zu reduzieren.

Man hat ihm vorgeworfen, er solidarisiere sich mit den Tätern, statt den Opfern. Er selbst sagt, im Sinne einer Lösung schaue er immer auf die Täter, wobei es darum geht, auch diese als Verstrickte im System zu sehen, was nicht heißt, dass sie ihrer Verantwortung und Schuld enthoben sind. Ziel ist immer die Entlastung der Opfer, ihnen die Möglichkeit zu geben, die Verantwortung nicht selbst tragen zu müssen, sondern beim Täter lassen zu können.

Was die mangelnde Wissenschaftlichkeit angeht, dieser Vorwurf ist sicher berechtigt, Hellinger weigert sich, seine Wahrnehmung, denn darum geht es immer, um die Wahrnehmung des anderen, in Theorien zu zementieren, das sei dem Prozess der Lösungsfindung eher hinderlich.

Schlüsselsatz: Die Wirklichkeit widerspricht unseren Idealvorstellungen laufend.

Im Buch wird Hellingers Methode sehr lebendig vermittelt. Zu jedem Punkt gibt es zumindest ein Fallbeispiel, oft verwendet Hellinger gleichnishafte Geschichten (was ihm übrigens auch vorgeworfen wird), die sehr treffend, auf einer tieferen Ebene wirken. Es beginnt mit einer Einführung in die Grundlagen von Beziehungen: Bindung, Ausgleich von Geben und Nehmen, Ordnung, das Gewissen. Dann geht es im Speziellen um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, um Paarbeziehungen, um die Sippschaft mit ihren Verstrickungen und zuletzt wird ausführlich auf die therapeutische Praxis eingegangen.

Es ist das erstes Buch von und über Hellinger, das ich lese, ich finde es als Einstieg in die Materie sehr geeignet. Ein Augen-Öffner. (Autor/in)


eigenen Kommentar schreiben, bzw Diskussion eröffnen

Impressum

 


Büchersuche:

Home Buch verlinken