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Praxis der Genogrammarbeit. Die Kunst des banalen Fragens
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Praxis der Genogrammarbeit. Die Kunst des banalen Fragens
Taschenbuch ISBN: 3861450151


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Technik-Ratgeber mit wenig Tiefgang
  
Mit banalen Fragen ein Genogramm mit Leben zu erfüllen, ist eine Kunst für sich und so führt das Büchlein anhand eines Transscripts ein in die Genogrammarbeit, die Mehrgenerationenperspektive in der Familienberatung und -therapie. Das wars dann allerdings auch schon, der Autor führt die Technik vor, die inhaltliche Arbeit, die Dokumentation therapeutischer Veränderung ist nicht Gegenstand des Buches. Damit hat es bei mir einen etwas schalen Geschmack hinterlassen; ein Transscribt einer Fussballübertragung vermag das Geschehen zu Transportieren, doch die Spannung geht verloren.
geteilte Theorie und Praxis
   
Die "Praxis der Genogrammarbeit" ist ein elementar wichtiges Buch in der zunehmenden Verwendung der Genogramme in Beratung, Therapie und Praxis.
Die einen Titel sind eher wissenschaftlich-fachlastig; die anderen Bücher verwirren durch die Verstrickung in die Technik der Anfertigung eines passenden Genogramms.
Da ist Bernd Roedel einen Zwischenweg gegangen und hat die Praxis der Genogrammarbeit geteilt: ein äußerst sorgfältiger Theorieteil und ein sehr ausfühlicher Praxisteil.
Bezogen auf den ersten Buchteil, der fast ein Drittel des Umfangs ausmacht, besticht vor allem die gute Vorstrukturierung und einfühlsame Erläuterung, warum man als Therapeut/-in welche Fragen zu welchem Zeitpunkt stellen sollte. Bernd Roedel hebt hervor, dass es hierbei nicht um eine detailliertere Ahnenfolge-Beschreibung geht. Vielmehr zeigt er, dass die Fragestellungen und die Beschäftigung mit der Familie schon therapeutische Anteile besitzt. Die Bedeutung der Geschwister macht er sehr klar, indem er die Geschwisterfolge hinsichtlich bestimmter Beziehungsthematiken aufzeigt.
Praktische Beispiele, Darstellungen von prägenden Lebensphasen oder -ereignissen sowie klare Graphiken vermitteln eine gute Vorstellung von den Möglichkeiten der Genogrammarbeit; insbesondere was die Grenzziehung zwischen den Generationen betrifft. Leider wird der (sexuellen) Gewalt ein zu großer Raum eingeräumt und die veränderte Begrifflichkeit (sexuelle Gewalt statt sexueller Missbrauch)in der überarbeiteten Neuauflage nicht berücksichtigt. Zudem ist die Aussage "Die ganz überwiegende Zahl der Kinder wächst bei allein erziehenden Müttern auf."(S. 18) schlichtweg nicht zutreffend. Hier hätte man sich eine sorgfältigere Statistikbetrachtung gewünscht.
Das Transskript einer durchgeführten Genogrammarbeit ist äußerst beeindruckend und vermittelt einen passenden Eindruck von der sorgfältigen Genogrammarbeit.
Keine Datenabfrage, sondern gezieltes Fragen, Nachfragen, Infragestellen...!
Auch wenn die ausführliche Abschrift der Genogrammarbeit an manchen Stellen etwas ermüdend wirkt, zeigt es doch, wie elementar wichtig gezielte Interventionen sind. Bernd Roedel fügt sehr hilfreich seine therapeutischen Erklärungen ein, warum er wie gehandelt und gefragt hat oder wie manche Äußerungen der Klientin zu verstehen sind.
Leider fehlt zum Schluß noch einmal eine komprimierte Zusammenfassung der Genogrammarbeit, die dem und der Lesenden noch einmal zur Abrundung geholfen hätte.
Die Literaturliste ist gut aktualisiert worden; leider fehlen aber Hinweise zu Bezugsquellen für Genogramm-PC-Programme oder Internet-Links.
Das beigeheftete Original-Genogramm sowie das Stichwortverzeichnis machen das Buch aber noch zu einer insgesamt äußerst anregenden Lektüre mit hohem praktischen Anwendungsbezug.
Alles in allem ein praktisches Buch für Theoretiker/-innen und ein wissenschaftliches Buch für Anwender/-innen: Ein Kunstgriff, der gelungen ist! (Autor/in)
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