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Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945, 8 Bde.
von Victor Klemperer und Walter Nowojski Aufbau Tb 1999
Taschenbuch ISBN: 3746655145


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Zeitgeschichte konkret
    
Diese Tagebücher schildern eindringlich was die Ereignisse, die wohl jeder mehr oder weniger gut aus den Geschichtsbüchern kennt, für die Menschen ganz konkret in ihrem Alltag bedeuteten. Wer die Zeit nicht selbst miterlebt hat, und sich deshalb davon ein Bild machen will, wie ein ganz bestimmtes Schicksal aussah, der ist hier bestens bedient. Spannend und interessant beschreibt Klemperer seinen allmählichen Abstieg - von der Sorge um seinen Ruf als Wissenschaftler, dann um seinen Beruf überhaupt, um sein Haus, sein Auto, um eine Wohnung, den Kampf um das tägliche Brot, bis schliesslich nur noch das nackte Überleben wichtig ist. Ein Zeugnis, mit dessen Hilfe man die Entwicklung dieser dunkelsten Periode europäischer Geschichte ein Stück weit besser versteht, ein Zeugnis, das Geschichte in der Banalität des Alltags anstatt in großen Ereignissen erfahrbar macht.
Gut geschrieben
    
Eine traurige Geschichte was damals passiert ist. Diese Tagebücher sind sehr detaliert geschrieben. Einfach hervorragend! (Autor/in)
Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten
    
Unsentimental, aber mit präziser Beobachtung der Feinheiten des Alltagslebens berichtet Viktor Klemperer aus dem Alltagsleben der düstersten Zeit der deutschen Geschichte. Dieses Buch ist in höchstem Maße empfehlenswert für alle diejenigen, die verstehen möchten, wie die Mechanismen der NS-Diktatur im täglichen Leben funktionieren konnten. Klemperer verzichtet auf jede pauschalierte Schuldzuweisung und beschreibt sein eigenes Infragestellen seiner Identität als Deutscher zwischen Angst, Hoffnung und einem grenzenlosen Fatalismus, der sein eigenes und das Überleben seiner Frau möglich machte. Niemand kann nach der Lektüre dieses Tagebuches noch behaupten, nichts über die Judenverfolgen und die Mechanismen der Diktatur gewußt zu haben, dennoch belegen die Beobachtungen Klemperers, das das deutsche Volk nicht per se ein schuldiges Volk ist. Sehr lesenswert. Sollte - in Auszügen - Pflichtprogramm im Geschichtsunterricht sein. (Autor/in)
Realistisch und ergreifend.
    
Die Tagebücher von 1933 - 1945 sind in jedem Fall eine realistische und spannende Wiedergabe der Zeit in der sich die Handlungen abspielten. Alles in allem ein wertvolles und spannendes Werk, welches man nicht so schnell zur Seite legen kann......
Sehr empfehlenswerte, informative Tagebücher!
    
Ich kann mich meinen "Vorschreibern" eigentlich nur anschliessen. Ein bewegendes Zeitdokument, unglaublich, was der Autor erlebt bzw. durchlebt hat.Ein sehr spannendes, tragisches (da der Autor dies ja alles selbst durchlebt hat) Leseabenteuer. (Autor/in)
historisch un menschlich sehr interessant
    
die tagebücher und cd un TV-Serie sind historich und menschlich unheimlich interessant. aber wie Tausenden von Menschen möchte ich gerne die TV-Serie selbst haben und anschauen . Bitte bitte wann wird die DVD-Serie zum verkauf offenbar gestellt? Mit Dank für ein positives Antwort. Wir warten da schon sehr lange auf!
(Autor/in)
Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten Tag
   
die Lieferung dauerte zwar etwas länger, dafür waren die Bücher im Schober sehr gut verpackt (Autor/in)
Pflichtlektüre - insbesondere für Judendliche!
    
Ich bin im Krieg und als Hitlerjunge in einer österreichischen Kleinstadt aufgewachsen: nur mit Volksempfänger, mit der üblichen Propaganda, mit dem ewigen Sieg-Heil!-Rufen und und und ...
Erst später habe ich von den Gräueln erfahren, und jetzt, wo wir es in Deutschland und auch Österreich mit Neonazis, Antisemiten, Ausländerfeinden und (in österreich) mit mit Goebbels vergleichbaren Politikern, die nur hetzen, zu tun haben, muss ich wieder an diese Tagebücher denken, die ich schon vor 9 Jahren genau gelesen habe.
Sie beschreiben sehr eindringlich das Alltagsleben: die schrittweise Demütigung der Juden, die Einschränkungen ... bis hin zum Abtransport in die KZs. Bemerkenswert: die Anmerkungen und Korrekturen von Historikern zu Passagen, wo Klemperer nicht ganz genau gewesen ist, sich geirrt hatte; daher sind diese Tagebücher eigentlich ein historisches Dokument geworden.
Ja, man muss das gelesen haben, um zu sagen: NIE, NIE WIEDER SOLCHER TERROR!
Und wir alle müssen uns gegen diese neuen Brustätten des neuen Ungeistes - nicht nur in Deutschland und Österreich - mit aller Kraft wehren, damit wir nicht nochmals in die größte Katastrophe schlittern.
(Meine Hoffung, uns davor zu bewahren, ist wirklich nur die EU, und es ist mir unverständlich, warum (in Österreich) so viele Menschen dagegen sind. Doch das gehört eigentlich nicht mehr zu einer Rezension, oder?) (Autor/in)
Tagebücher: Lesepflicht, diese Ausgabe: schlampig!!!
    
Mit diesem Schuber liegt eine wirklich erschwingliche Ausgabe der Tagebücher vor, die der Sprachwissenschaftler Victor Klemperer im sog. Dritten Reich geschrieben hat. Mit wachsender Beklemmung liest man von den Veränderungen, die sich im Rahmen nationalsozialistischer Gesetzgebung für Juden Mitte der Dreißiger Jahre im Alltag ergaben, bis zum offenen, absoluten Terror, den sie im Lauf des Krieges erleiden mußten. Ich finde, daß diese Tagebücher einem diese Jahre näherbringen als jedes Geschichtsbuch. Es ist unfaßbar, was Victor Klemperer und die anderen Juden erlebt haben. Ich möchte an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, daß die Möglichkeit besteht, daß Sie eine ebenso verkorkste Ausgabe wie ich erhalten: in Band III, der die Jahre 1937-39 umfaßt, ist in den Anmerkungen auf S. 189 bis 204 das Gedruckte "nach unten gerutscht" und somit nicht mehr vollständig lesbar, und die Seiten sind teilweise kleiner als die anderen! Sehr schade und nachlässig vom Verlag, zumal einem dieser Mangel erst auffällt, wenn man die Verpackung öffnet und die Bücher aus dem Schuber nimmt, sodaß es mit Rückgabe/Umtausch unter Umständen mau aussieht. Selbst zu diesem Preis sollte man erwarten dürfen, daß dem Verlag so etwas nicht passiert. Greifen Sie also im Zweifelsfall besser auf andere Ausgaben zurück; der Aufbau-Verlag hat meines Wissens auch eine zweibändige gebundene im Programm.
Bewegendes Zeugnis
    
Wie erlebten ganz normale Menschen den Holocaust, was wissen sie, was denken sie, sind sie noch Menschen? Das sind die Fragen, die sich einem Juden aufdraegen, der die gesamte Zeit des Nationalsozialismus inmitten der Taeter zubringen musste, erst nicht wegwollte, weil er an Deutschland glaubte, dann nicht mehr gehen konnte. So entschlliesst er sich, wenigstens der Chronist zu sein, Zeugnis abzulegen bis zum letzten, Chronist des Schreckens, des Horrors, der Gewalt, der Razzien, der Schikanen. Er beobachtet und haelt fest, registriert neben dem tiefen Hass aber auch Gesten der Solidaritaet. Was er aufgeschrieben hat, kann kein Geschichtsbuch annaehernd so plastisch darstellen, so vielschichtig und glaubwuerdig. Das Buch fesselt und bewegt, macht nachdenklich und warnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Bewegendes Dokument der Zeitgeschichte
    
Victor Klemperer ist ein wunderbarer Erzähler und so könnte sich der Leser über viele Szenen dieser Tagebücher prächtig amüsieren: Es ist ausgesprochen komisch wie Klemperer mit seinem bockenden, dauernd reparaturbedürftigen Auto kämpft, wie der Professor über ständig wachsende Geschirrberge klagt, die er abwaschen muß und es ist lächerlich, daß es in der Apotheke plötzlich Zahnpastatuben mit politischen Symbolen gibt. Aber dem Leser bleibt das Lachen im Halse stecken, denn es ist die Zeit des Nationalsozialismus' in Deutschland: Auf der Zahnpastatube prangt das Hakenkreuz, der jüdische Professor hat so viel Zeit zum Autofahren weil die Universität ihn zwangspensioniert hat, und er muß das Geschirr abwaschen, weil seiner "arischen" Haushaltshilfe mit schwerwiegenden Folgen gedroht worden war, falls sie länger in seinen Diensten bliebe. Auf die Abwechslung, die die Ausflüge mit dem Auto bringen, muß das Ehepaar Klemperer auch bald verzichten, denn den Juden wird die Fahrerlaubnis entzogen und das ist erst der Anfang der immer härter werdenden Repressalien, die Angst, Not und Elend bringen. Das Besondere an diesen Tagebüchern ist, daß ein Opfer die ganzen zwölf Jahre der nationalsozialistischen Diktatur dokumentiert, dadurch kommt es zwischen dem Autor und dem Leser zu einer Art zeitübergreifender Kommunikation: Wenn Victor Klemperer fürchtet, seine Lage könne sich verschlimmern, dann weiß der Leser, daß es noch schlimmer kommen wird, andererseits weiß er aber auch, daß Klemperer überleben wird und die Erleichterung über das gute Ende läßt ihn mit Spannung verfolgen wie das Ehepaar Klemperer den immer bedrohlicher und schwieriger werdenden Alltag bewältigt. Unbedingt lesen! (Autor/in)
Der Professor wird Untermensch in Deutschland
    
Ganz interessant zu lesen, vor allem von einem Auslander der nach die Kriegszeit geboren ist, vor allem weil man miterleben kann, wie ein ehemaliger wohlhabender Professor zu Untermensch kam. Er schrieb seine ehrliche Meinungen uber das Alltag in den 30igen Jahren, uber "die kleine Leute", und erwartete, trotz Judenhass in der ganze Welt, dass sein Leben als Gelehrter ein besonderer Fall sein konnte. Er konnte sich nicht vorstellen, ein Leben fur sich und seine Frau, irgendwo im Ausland, wegen der Sprache. Er schrieb, er wurde dann sonstwo in der Welt ein normaler Arbeiter werden. Das konnte er nicht machen, obwohl Millionen in Deutschland waren froh, einfach ein Job zu finden. Tag nach Tag, langsam uber die Jahren, war sein Leben verhemmt in allen Richtungen. Er konnte nicht mehr auf der Uni Unterricht geben, obwohl er sein Gehalt noch hatte, Gott sei Dank! Er durfte nicht mehr auf der Strasse herumlaufen, falls er als Jude ins Gefangnis plotzlich weggenommen wurde. Seine arme Frau als Christian konnte noch einkaufen gehen, auch wenn sie total erschopft war - sie hatte eine nervose Krankheit, so weit als ich das verstanden habe. Dieser Professor erlebte langsam was viele andere Leute erlebten: Hunger, Kalte, unbezahlte Regeln und grosse Angst. Er schrieb daruber mehr oder weniger in einer ehrliche Stil: er wusste absolut, das er jemand wichtiger war, als viele andere Deutschen, und hat das Gefuhl nie verloren, auch wenn er so viel gelitten hatte. Das Stolz war so eingebildet, man weisst, als man dieses Buch liest, dieser Professor war ehrlich. Erstaunlicherweise, trozt allen Problemen, hat er uberlebt, auch wenn er nur Kartoffeln essen konnte, oder die Hausarbeit selber machen musste. Fur Amerikaner, die das Buch in abgekurzter Format lesen, und naturlich auf Englisch, gibt es hier eine Erzahlung uber das Alltag von einer bessere Niveau, nicht von "normaler deutscher Arbeiter". Er hat vieles mehr erwartet, war nie zufrieden, immer aufgeregt, lasst seine Frau, oft sehr schwach, die harte Arbeit machen. Das war wirklich interessant. Not a HUMBLE man! (Bitte entschuldigen Sie mich, Deutsch ist nicht meine Muttersprache!) (Autor/in)
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