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Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde
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Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde
von Manfred Lütz Gütersloher Verlagshaus 2009-09-14
Gebundene Ausgabe 208 Seiten ISBN: 3579068792


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Psychopathen sind extrem erfolgreich im Leben. Sind sie die Normalität heute?
    
Neuere Untersuchungen belegen, dass Psychopathen sich besonders gut in andere ein-empfinden können und im Leben meist sehr erfolgreich sind. Ihr Kern des Erfolgs besteht darin, so zu tun als ob sie Mitgefühl hätten, tatsächlich ist aber keines, gar keines vorhanden. Narzissmus und Sadismus gehen damit Hand in Hand hin zu einer gefährlichen Mischung, die oberflächlich freundlich und verbindlich, als geborener Sieger auftritt. Psychopathen sind furchtlos und haben damit überdurchschnittlich viel Erfolg, in guten wie in schlechten Bereichen des alltäglichen Lebens.
Ist es ein Wunder, dass ganz normale Menschen an solchen Psychopathen verzweifeln (können) und in der Psychiatrie landen? Manfred Lütz zeichnet ein liebevolles Bild, ein verständisvolles für die psychiatrisch Behandelten. Auf der anderen Seite wird der Normale auf die Anklagebank gesetzt. Sein extremer Egoismus, die Erfolgs- und Geldzentriertheit können andere wahnsinnig machen. Sieger brauchen Verlierer. Dieses alte Spiel verlieren vor allem die Gutmütigen, die Nicht-Psychopathen, die Menschlichkeit bleibt oft auf der Strecke.
Dieses Buch ist an dieser Nahtstelle angesiedelt, es schafft auf unterhaltsame Art Verständnis für psychisch Kranke, ein hervorragendes Buch für mehr gegenseitiges Verständnis und einen öffnender Blick hinter die Kulissen. Man darf das problematische Selbst und auch das gesellschaftlich Problematische nicht negieren, jeder muss hinschauen, verstehen lernen und das Leidvolle beider Seiten erkennen. Manfred Lütz sagt: "Die Welt der psychiatrisch Erkrankten ist meist weniger zynisch als unsere glattlackierte Welt, sie ist oft überraschend liebevoll und menschlich."
Wenn man dieses Buch gelesen hat, verschwimmen Grenzen zwischen Normalen und psychisch Kranken und man erkennt die tiefe Wahrheit einer Grundtatsache des Lebens: dass nämlich gute Freunde die besten Psychiater sind. Dieses Buch trägt dazu bei, dass alle Beteiligten, die Behandelten, aber auch alle im Umfeld des Betroffenen einen neuen Blick auf die Problematik bekommen, wir alle sind betroffen und sollten besonders empfindsamen Menschen im Leben einfühlsamer und hilfreicher zur Seite stehen.
Eine genauere Definition von Psychopathen können Sie in meiner Rezension zum Psychopathen-Shirt nachlesen. PSYCHOPATH weiss T-SHIRT S M L XL XXL XXXL club tshirts (Autor/in)
SOC, Self organized Criticality, Sensorik für Umkehrpunkte
    
Der Inhalt und der Titel des Buches bestätigt eigene Beobachtungen in vielen AbhängigkeitsFeldern menschlichen Lebens, selbst in der Physik, Chemie, Elektrik, Mechanik, ... Medizin, Gesundheit, Gefühlswelt, ... und auch über das Zustandekommen überkritischer Zustände in allen nicht nur von uns Menschen wahrnehmbaren Feldern "Welt". Dass wir Menschen trotz dieser Erkenntnis dennoch Teil des Gesamtsystems sind und auch bleiben werden wird schon dadurch deutlich, dass "wir" (zumindest das, was wir Körper nennen) alle weiterhin "sterben".
Wenn wir die Wahrnehmung Einzelner (Außenseiter, Kranker, Querdenker, ...), allgemein "Nichtnormaler", ignorieren und uns wehren, darauf "vernünftig" und angemessen zu reagieren, zu reflektieren, werden wir entsprechend den nun einmal(auch uns be-) "herrschenden" Gesetzmäßigkeiten (wieder einmal)ins System "Welt heute" zwangseingepaßt, - ohne Rücksicht auf "Verluste" (SOC, Self organized Criticality). Denn "Verluste" gibt's in dem System "Welt" nicht; aus eigenen Erfahrungen sind mir "nur" "Umwandlungen", "Austausch / Reflexion / Reaktion", "Transfer" als Beschreibung für Veränderungsvarianten bekannt geworden, verbunden mit einem Entropieanstieg des Gesamtsystems. Mit diesem Buch ist die Anzahl der betroffenen GültigkeitsFelder (Namen sind notwendig für den Gebrauch von Sprache, zur Orientierung für Positionsbestimmungen, beim Abchecken mittels zwischenmenschlicher Kommunikation) um einige erweitert worden: Psychiatrie, Psychologie, Philosophie, sogar Theologie. (Autor/in)
Ein absolut empfehlenswertes, politisch unkorrektes Buch, das viele Debatten auslösen wird
    
Schon mit seinem letzten Buch "Gott" hat sich Manfred Lütz als ein Autor gezeigt, der auf eine lockere und zudem noch unterhaltsame, aber deshalb nicht weniger anspruchsvolle Weise ein wichtiges und aktuelles Thema darstellen kann, und dabei mit der Art und der Qualität seiner Darstellung die jeweiligen Fachkollegen düpiert, denen ein solches Buch eher angestanden hätte. Im Falle des letzten Buches sind damit die Theologen gemeint, im Fall des aktuellen Buch seine eigenen Kollegen aus der Psychotherapie und Psychiatriezunft.
Mit einem bei ihm gewohnten scharfzüngigen Stil unternimmt Lütz auf insgesamt 185 Seiten nicht nur eine mit viel satirischem Witz gewürzte Gesellschaftsanalyse, die die unzähligen "Normalen" in den Blick nimmt und ihren alltäglichen Wahnsinn und ihre Blödheiten und vor einer regelrechten "Diktatur der Normalität" warnt, sondern es gelingt ihm auch noch allgemeinverständlich die Psychiatrie und die Psychotherapie auf ihrem gegenwärtigen Forschungs- und Wissensstand darzustellen. Viele werden die Nase gerümpft haben über den Vorabdruck der wesentlichen Thesen des vorliegenden Buches in der BILD. Es ist aber genau diese Form der political correctness, die Lütz unter anderem aufs Korn nimmt, wenn er sagt: "Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen" und es ist die fundamentale Kritik dieser Haltung, die etwa Henryk M. Broder von diesem Buch begeistert hat sein lassen. Er hat nach der Lektüre von "Irre!" gesagt, wenn man dieses Buch gelesen habe, werde man sogar mit Claudia Roth Mitleid haben.
Lütz gelingt es, mit verständlichen und anschaulichen Beispielen aus seiner Praxis , die er mit Menschen der "normalen Welt" vergleicht, seinen Ansatz deutlich zu machen. Während immer mehr Menschen an den Zuständen leiden und als psychisch krank diagnostiziert werden, treiben die wahren Psychopathen in dieser Welt ihr Unwesen. Er schärft den Blick für die Unterschiede und führt den Laien dabei noch sehr instruktiv in die Fachbegriffe und ihre Bedeutung ein: was ist eine Depression, was eine Angststörung, eine Panikattacke oder was versteht man unter Sucht, Demenz oder Schizophrenie - und vor allem, was kann man dagegen tun ?
Zu all diesen Fragen gibt es verständliche Antworten. So leistet er ohne oberflächlich zu werden ( was man ihm aber mit Sicherheit vorwerfen wird !) eine wichtigen Beitrag dazu, dass die Leser dieses Buches nach seiner Lektüre anders über "Irre und Normale" reden werden und vielleicht auch mit einem anderen Blick die Gesellschaft, in der sie leben und arbeiten, anschauen können - kritischer, bewusster, aber auch gelassener und viel heiterer.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, das viele Debatten auslösen wird.
(Autor/in)
Irre!
    
Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, dürfen Sie definitiv mit jedem Verrückten reden. Im schlimmsten Fall auch mit sich selbst.
Manfred Lütz Bestsellerautor führt in die außergewöhnliche Welt der rührenden Demenzkranken, hochsensiblen Schizophrenen, erschütternd Depressiven, mitreißend Manischen und dünnhäutigen Süchtigen. Er holt die psychisch Kranken gleichsam aus dem professionellen Ghetto. Seine These: Um die Normalen zu verstehen, muss man erst die Verrückten studiert haben. Sein Ziel: Auf 192 Seiten die ganze Psychiatrie und Psychotherapie allgemeinverständlich, humorvoll und auf dem heutigen Stand der Wissenschaft darzustellen. Unmöglich? Nicht, wenn der Autor Manfred Lütz heißt. Seine Gebrauchsanweisung für außergewöhnliche Menschen und die, die es werden wollen ist ein Muss für alle, die sich für die Merkwürdigkeiten der menschlichen Seele interessieren.
(Autor/in)
Lexikon für Psychochonder
  
Angeblich soll das Buch humorvoll sein. Sagt der Autor. Und entschuldigt sich schon in der Einleitung bei eventuellen Miesepetern für nicht verstandene Witze über Randgruppen. Schließlich hat das Vorwort der berühmte Dr. Eckard von Hirschhausen geschrieben. Gelacht habe ich nicht.
Auf vielen, vielen Seiten versucht der Autor einen Bezug zum reißerischen Titel herzustellen. Dieser ist offensichtlich ein nicht unerheblicher Punkt, weshalb Menschen - verrückt oder normal - dieses Buch kaufen und gelegentlich sogar weiterverschenken. Der Leser erwartet doch etwas für sein Geld - bei dem Titel! Mir erschloss sich der Grund für den Titel des Buches nicht erschöpfend, ich hatte nur eine vage Ahnung, was gemeint sein könnte.
Dafür liefert Herr Lütz eine Menge Stoff für angehende Psychochonder und trifft damit den Nerv der Zeit. Depression? Schizophrenie? Ein bißchen Borderline? Zur Unterhaltung schildert er dem Lesenden einige sonderbare Fälle - Ja, so schlimm kann es sein! Dann fordert er auf, sich bloß nicht wiederzuerkennen. Wie auch? Bei den Beispielen!
Was der Autor seinem Lesevolk nun vermitteln wollte, ist mir noch immer nicht ganz klar, interessant war die Lektüre dennoch.
(Autor/in)
Psychiatrie für Anfänger und leicht Fortgeschrittene.
    
Gelesen irgendwann im Frühjahr in wenigen Tagen.
Eine wunderbare, kleine, einfache Einführung in die Psychiatrie, insbesondere Depression, Manie, Schizophrenie, Zwänge.
Ein gutes Buch für den Nicht-Mediziner, aber auch für den psychiatrisch nicht so bewanderten Arzt.
Leicht und humorvoll geschrieben.
Auffällig ist des Autors Liebe und Zuneigung zu seinen Kranken. Daher auch der Titel. Die vermeintlichen Gesunden dieser Welt sind häufig psychisch kranker als die Mehrzahl der zum Teil liebenswert geschilderten Schizophrenen und Depressiven.
Er beschreibt die Heilbarkeit der Depression und auch die Linderung und Kontrolle der Psychosen u.a. durch moderne Psychopharmaka. Insofern ist es ein Mutmacher, er vermindert die Angst und Scheu vor diesen Erkrankungen.
Für Betroffene und Angehörige besonders zu empfehlen.
(Autor/in)
"Dummschwätzer"

In den verschiedenen Rezensionen ist schon ausführlich über die inhaltlichen Schwächen geschrieben worden.
Schaut man sich nun das Schriftbild an, die fetten, grau gehaltenen Überschriften, die Absätze welche durch Leerzeilen hervorgehoben werden, das Durcheinander bei den Numerierungen, den Schriftarten und vieles mehr, so wird man doch stutzig, wenn man sich vorstellt, dass der Autor Psychiater ist und eigentlich wissen müsste was Menschen anspricht.
Ich bin eine Leseratte, habe es aber nicht geschafft dieses Buch bis zum Ende zu lesen.
Doch noch etwas zum Inhalt..... Heinz Becker würde alles mit einem Wort zusammenfassen: "Dummschwätzer".
(Autor/in)
IRRE
    
Sehr zu empfehlen!Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde (Autor/in)
Kritische und spannende Darstellung psychischer Erkrankungen
    
Personen die sich im Bereich der Psychotherapie auf eine interessante und gleichzeitig fachlich überzeugende Art weiterbilden möchte, ist dieses Buch aus der Praxis eines Psychiaters wärmstens zu empfehlen. (Autor/in)
Paukenschlag gegen Vorurteile
    
"Es ist leichter, ein Atom zu spalten, als ein Vorurteil." (Albert Einstein)
Gegenüber psychisch kranken Menschen gibt es in Deutschland zahlreiche Vorurteile. Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Manfred Lütz lenkt zunächst die Aufmerksamkeit auf gängige Sichtweisen von Wahnsinn, Blödsinn und Normalsinn. Mächtige Politiker der Vergangenheit nimmt er ebenso unter die psychiatrische Lupe wie öffentlichkeitswirksame Personen der Gegenwart. In diesem Zusammenhang wird der verhängnisvolle Einfluss von Normalen auf landesweit übliche Sichtweisen erläutert. Der mittlere Teil des Buches befasst sich mit der Frage nach Sinn und Unsinn der Behandlung von Menschen. Die Grenzen zwischen kreativem Genie und lähmendem Wahnsinn werden veranschaulicht. Abschließend folgt eine Seelenkunde über die gängigsten psychischen Erkrankungen in Verbindung mit lösungsorientierten Behandlungsansätzen für seelische Störungen wie: Demenz, Sucht, Schizophrenie, Depression/Manie und Traumata.
Zur Einführung in das Thema beginnt der Autor mit einem Paukenschlag! Er betrachtet Personen mit Weltruf bezüglich ihres Gesundheitszustandes. Die Antworten sind unbequem bis überraschend. In jedem Fall stimmen sie nachdenklich. Bei Personen des Show-Business zeigt Manfred Lütz wenig Einfühlungsbereitschaft, wenn deren Erfolge offensichtlich auf Kosten anderer erzielt werden. Das gilt auch dann, wenn Nachwuchstalente ihren Weg ganz anders empfinden.
Am Beispiel von Franz von Assisi wird veranschaulicht, wie verhängnisvoll es wäre, würde man pauschal die Kriterien der Psychiatrie auf hochbegabte Menschen anwenden. Die Frage nach den Früchten sollte daher stets eine übergeordnete Rolle für die Beurteilung menschlichen Handelns spielen.
Den vielleicht wichtigsten Teil des Buches bildet die abschließende kleine Seelenkunde. Die Stärke des Autors besteht darin, scheinbar komplizierte Sachverhalte allgemein verständlich auszudrücken. Spätestens beim Thema Demenz wird deutlich, dass sich hinter dem anfänglich betont kämpferisch wirkenden Autor ein außerordentlich geduldiger und liebevoller Seelsorger verbirgt.
Manfred Lütz verwendet gerne Extrembeispiele. In diesem Fall ist das hilfreich, weil es darum geht, gängige Vorurteile aufzubrechen. Sein Buch ist ein außerordentlich wichtiger Beitrag in einer Zeit, in der aufgrund mangelnder Kenntnisse die Vorurteile gegenüber seelischen Erkrankungen immer noch überwiegen. Die Heilungschancen mit Hilfe eigener Kraftquellen, lösungsorientierter Mediziner und einer von Vorurteilen befreiten Gesellschaft könnten so manche Hürde zur Heilung abbauen.
(Autor/in)
FASZINATION PSYCHE: Jeder Jeck ist anders
    
Der Autor ist diplomierter katholischer Theologe, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeut, Kabarettist und Chefarzt einer Klinik in Köln. 2007 erschien sein Buch GOTT - eine kleine Geschichte des Größten". Manfred Lütz ist Mitglied des Päpstlichen Rates für Laien" und steht dem Vatikan sehr nahe.
"Keiner meiner Patienten ist so abgedreht wie Dieter Bohlen und keine meiner Patientinnen so naiv wie seine Gespielinnen. So verrückt das Ganze auch ist, weder Dieter Bohlen selbst noch seine Alten/Neuen hätten die Chance, in der Psychiatrie behandelt zu werden. So sehr Sie sich dagegen sträuben, lieber Leser: Dieter Bohlen ist normal. Wer wird da noch meine These bestreiten, dass unser Problem nicht die psychisch Kranken sind. An diesem Beispiel von ganz normalem Blödsinn zeigt sich nur umso drastischer: Unser Problem sind die Normalen!"
Ein ernsthaftes und zugleich vergnügliches Aufklärungsbuch über wahnsinnig Normale und ganz normal Wahnsinnige. Eine fundierte Gesellschaftsanalyse und ein kurzweiliger Parforceritt durch das große Arbeitsgebiet der Seelenkunde. Was ist Depression, Angststörung, Schizophrenie, Sucht, Demenz und vieles mehr? Der Kölner würde sagen: "Jeder Jeck ist anders".
Roland R. Ropers
Religionsphilosoph und Publizist
(Autor/in)
Irre gut
    
Was für ein bewegendes Buch! Manfred Lütz` heitere Seelenkunde "Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen" führt ein in jene für "Normale" scheinbar so düstere Welt der psychisch Kranken, die sich unter der liebevollen Feder des Autors in eine faszinierende, schillernde, vielfältig-bunte, dramatische und zuweilen sogar ausgelassen-fröhliche Wirklichkeit verwandelt. Der Gegenpart zu "normal" ist hier "außergewöhnlich" - ein spannender Perspektivwechsel, der den Blick auf das facettenreiche Menschsein an sich weitet. Eine Welt, die das Außergewöhnliche "wegsperrt", tabuisiert, verschweigt oder ihm gar scheinbar menschenfreundlich den tödlichen "Exit" weist, repräsentiert jene "Normalität", die Manfred Lütz als den eigentlichen Irrsinn entlarvt. Mit den geschliffenen Waffen des Wortes, der fachlichen Professionalität, des Witzes und vor allem der Menschenliebe tritt er einer solchen "Normalität" entgegen und enthüllt dabei jenen zarten, zerbrechlichen Kern des Humanen, den es zu entdecken und zu schützen gilt. Die Humanität einer Gesellschaft erweist sich in deren Umgang mit den Außergewöhnlichen - diese dem Buch implizite These wird dem Leser ohne Pathos, dafür mit viel Humor, zahlreichen hinreißenden Beispielen aus dem Alltag der Psychiatrie und einigen drastischen Vergleichen aus der Welt der "Normalen" nahegebracht: Nicht psychisch Kranke, sondern "Normale" sind und waren es, welche die Welt immer wieder an den Abgrund bringen und brachten. Fünf Sterne für ein Buch, das nicht nur überaus amüsant und angenehm zu lesen ist, sondern das vor allem nachdenklich und wachsam werden lässt. (Autor/in)
Westfalen haben auch Humor - nur später!
    
Schon die Vorworte haben mir (gebürtige Westfalin) ein schallendes Lachen entlockt. In diesem Buch gelingt es Manfred Lütz, mit seinem typischen rheinsichen Humor, das Interesse der Leser zu wecken. Er schafft es, das Thema von seinem Bierernst zu befreien und den Blickwinkel des Lesers zu ändern. Psychische Krankheiten werden oft ängstlich beäugt, weil man sie nicht greifen kann oder nicht versteht, was da vor sich geht. Das Buch nimmt einem jede Scheu und kann helfen, auch die unverstanden Seiten in einem selbst mit Humor zu betrachten.
Die Gesellschaftskritik in dem Buch lässt aufhorchen. Manfred Lütz deckt in seinem Buch auf, dass wir uns nicht selten in unserem Bemühen verfangen "ganz normal" sein zu wollen. Dabei kommt es gerade bei diesem Bemühen zu den seltsamsten Verhaltensweisen.
Das Buch zeigt uns einen Therapeuten, der sich und seine Arbeit in den Dienst der Menschen stellen will. Er bezieht seine Patienten in den Behandlungsprozess mit ein und zeigt ihnen Wege, ihre eigenen Kräfte zu mobiliesieren. Dabei ist sein Ziel nicht die Normalität, sondern die Zufriedenheit des Patienten und ein selbstbestimmtes Leben der einzelnen Person. Ein tolles Buch, das Mut macht, die schrägen Seiten des eigenen Lebens und des Lebens anderer nicht nur als Last, sondern als Chancen zu begreifen. (Autor/in)
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