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Homo faber: Ein Bericht (suhrkamp taschenbuch)
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Homo faber: Ein Bericht (suhrkamp taschenbuch)
von Max Frisch Suhrkamp Verlag 1977-03-01
Taschenbuch 208 Seiten ISBN: 3518368540


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Das technisch-rationalistische Denken des Homo Faber
   
In dem 1957 in Frankfurt veröffentlichten Roman " Homo Faber- Ein Bericht"
von Max Frisch, geht es um den schweizer Ingenieur Walter Faber, der wegen seines rationalistisch -technischen Weltbildes blind für die Erkenntnis wird, dass das Leben mit seinen schicksalshaften Zufällen sich der Logik entzieht. Später lernt er jedoch durch seine Tochter, mit der er eine Liebesbeziehung eingeht, ohne zu wissen, dass es seine Tochter ist, dass er dem Leben aufgrund seines technisch-rationalen Denkens bislang ausgewichen ist.
Obwohl Faber während seiner Reise immer wieder mit Zufällen und seinem Schicksal konfrontiert wird, hält er bis zum Schluss nichts von Schicksal und Fügung. Er ist fest davon überzeugt, dass alles erklärbar ist.
Durch diese Ereignisse wird Homo Faber mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Er lernt seine Tochter kennen, von der er bis zum Zeitpunkt der Reise nach Europa noch nichts gewusst hat.
Der gesamte Roman ist sehr chronologisch aufgebaut und bis zu einem bestimmten Punkt auch sehr sachlich, wie in einem Bericht, geschrieben.
Diese berichtende Art lässt im Laufe des Buches nach, was die Entwicklung Homo Fabers unterstreicht. Auslöser für seine Wandlung ist jedoch seine Tochter, die ihm die Augen für die schönen Dinge im Leben öffnet.
Trotzdem wird er für sein "verantwortungsloses Verhalten" mit dem Tod seiner Tochter bestraft.
Max Frisch beschreibt mit seinem Roman den Irrglauben der 50-er Jahre, durch die Technisierung das ganze Leben erklären zu können.
Ebenfalls macht er dem Leser klar, dass man durch ein ausschließlich technisch-rationalistisches Denken einiges im Leben verpasst.Er beschreibt ein übertriebenes Leben eines Menschen, der von Technik und dessen Erklärbarkeit und Kontrolle besessen ist. Auch die Abscheu vor der Natur eines Menschen ist sehr "krass" dargestellt, da es kaum vorstellbar ist, dass ein Mensch die Natur derartig verabscheut, wie Homo Faber es tut.
Das Buch lässt sich gut lesen und ist eigentlich ganz interessant. Jedoch ziehen sich einige Stellen etwas lang, die die Spannung etwas vermindern.
Meiner Meinung nach weist Homo Faber ein sehr krasses und unnatürliches Verhalten auf, was ich etwas übertrieben finde. (Autor/in)
Homo Faber
  
In dem Roman "Homo Faber", verfasst von Max Frisch geht es um den Ingenieur Walter Faber,welcher durch viele Zufälle gelenkt unter anderem einen alten Jugendfreund, mit Namen Joachim, tot auffindet, nachdem er Bekanntschaft mit dessen Bruder geschlossen hatte. Sein Leben ist durch Zufälle bestimmt, für Walter Faber nur rein rational erklärbar. Auf Grund dieses rationalistischen Denkens verdrängt er Gefühle und entwickelt sich im Laufe des Buches zu einer neuen Person. Auslöser hierbei ist seine zuvor unbekannte Tochter Sabeth, welcher er auf einer Schffsreise kennenlernt und sich in sie verliebt. Nun werden Gefühle und Gedanken der Hauptperson preisgegeben, die sich nun nicht mehr derartig mit Technik oder Logik erklären lassen können. Als Walter Faber und Sabeth im Anschluss an die Schiffsreise und einem Aufenthalt in Paris schließlich nach Athen fahren, wird Sabeth von einer Schlage gebissen und stirbt schließlich an einer nicht diagnostizierten Schädelbasisfraktur im athener Krankenhaus. Dort trifft Walter Faber auf die Mutter des Mädchens, seine alte Jugendliebe Hanna. Kurze Zeit später liegt Walter Faber ebenso im Krankenhaus, auf Grund seines Magenkrebses. Das Ende ist offen, es lässt sich aber vermuten, dass auch er stirbt.
Die Lektüre ist in Berichtform verfasst und veranschaulicht sehr stark die Entwicklung des Homo Faber. Da Max Frisch diesen Roman chronologisch verfasst hat, sind die verschiedenen Abfolgen sehr klar verdeutlicht und die zum Teil stark übertriebenen Gefühle gut aufgezeigt. Der Autor lässt jedoch das Ende offen was zum Nachdenken anregt.
Insgesamt finde ich den Roman als Schullektüre geeignet und wegen dem einfachen Sprachstil und der strukturierten Form ist es nicht schwer zu lesen. Langeweile kommt nicht auf, da auch spannende Elemente vorhanden sind. (Autor/in)
"Homo faber" von Max Frisch
  
In dem Roman "Homo faber" von Max Frisch geht es um Walter Faber, der nicht gerne seine Gefühle zeigt und sehr technisch denkt.
Auf einer Reise lernt er den Bruder eines Freundes kennen, mit dem er dann beschleißt seinen alten Freund, der mit seiner Jugendliebe Hanna verheiratet ist, zu besuchen.Dieser hat jedoch Selbstmord begangen.
Auf einer Schiffsreise lernt er die junge und vor allem hübsche Sabeth Piper kennen, er geht mit ihr eine Beziehung ein und fängt an seinen Gefühlen mehr Freiraum zu geben, als Sabeth an einer Hirnblutung stribt trifft er Hanna wieder und erfährt, dass Sabeth die gemeinsame Tochter ist.
Ich finde das Buch eigentlich ganz gut und interessant. Es ist einfach zu lesen und gut verständlich, da alles im Präsens geschieht, nur die von Faber eingeschobenen Rückblicke sind manchmal etwas irritierend. Um das Buch vollständig zu verstehen, sollte man sich aber trotzdem Zeit nehmen und in Ruhe lesen.
Die Handlung des Buches ist meiner Meinung nach etwas zu stark nach dem Zufall und dem Schicksal des Menschen gerichtet, was aber weiter nicht schlimm ist. Aber ich glaube so viele Zufälle kann es in dem Leben eines einzigen Menschen nicht geben.
Die beiden Hauptcharaktere des Romans, nämlich Walter Faber und Sabeth, bzw.Hanna sind sehr unterschiedlich und relativ genau das Gegenteil des Anderen und außerdem in ihrem Tun ziemlich extrem, also so, wie es in der realen Welt wahrscheinlich nicht oder aber sehr selten vorkommt.
Ich weiß nicht, ob ich das Buch privat gelesen hätte, aber dafür dass es ein Schulbuch ist, ist es gar nicht so schlecht wie man meistens über Bücher denkt die in der Schule gelesen werden müssen. Ich denke, das einzige Problem ist dabei, dass man sich im Unterricht so lange mit dem Buch beschäftigt und so viel daraus interpretiert, sodass es irgendwann langweilig wird und es keinen Spaß mehr macht darüber nachzudenken.
Leuten, die diese Art von Schreibstil mögen, kann ich dieses Buch empfehlen, auch so ist es sehr interessant und vor allem sehr verständlich, wer aber mehr auf Abenteuerromane steht, empfindet dieses Buch sicher nicht als sehr lesenswert.
Alles in allem bleibt es aber jedem selbst überlassen ob er es nun liest oder nicht, denn jeder sollte sich eine eigene Meinung darüber bilden und schaden kann es sicher nicht. Ich hoffe ich habe euch eine kleine Anregung geben können....und allen die sich für "Homo faber" entschieden haben, wünsche ich viel Spaß beim lesen :) (Autor/in)
Als Schulbuch gelesen
   
Hey,
also ich habe mit großer - negativer - Einstellung das Buch für das Fachabitur gelesen. Aber als ich es erstmal gelesen hatte, musste ich feststellen das es wirklich ein gutes Buch ist. Es ist eigentlich überhaupt nicht meine Rubrik für die ich mich interessiere wenn es um Bücher geht...
aber die Worte von Faber bedeuten immer soo viel.. da kommt man am Anfang erst einmal gar nicht drauf, und der Wechsel seiner Einstellung im Laufe des Buches.. ist schon gut geschrieben :)
4/5* weil es erst wirklich interessant ist wenn man über einige Sachen nachdenkt wie es gemeint ist. (Autor/in)
Verkrustete Strukturen eines Mannes, der scheinbar nie gelebt hat
   
Walter Faber ist Ingenieur und Technokrat. Sein Weltbild ist eindeutig und laesst keinen Raum fuer Spekulationen oder gar Gefuehle, die er als Schwaeche ansieht. Die Vernunft, der Verstand praegen sein Dasein. Funktionalitaet des Menschen steht fuer ihn ueber allem und in letzter Konsequenz verweigert er sich selbst eine Existenz, die neben dem "Funktionieren sollen" noch ueber andere Eigenschaften und Wuensche verfuegt. Doch seine Daseinsberechtigung erlangt Risse, als seine Reise nach Caracas zu einer Reise in seine eigene Vergangenheit wird. Waehrend des Fluges sitzt neben ihm der Bruder des Mannes, der die Frau heiratete, die Faber geschwaengert hatte und von der er sich spaeter trennte. Dieser Mann hat mittlerweile Selbstmord begangen. Faber entscheidet sich fuer eine Schiffspassage, die ihn nach Europa zurueckbringen soll und verliebt sch dort in eine junge Frau, die, wie sich spaeter herausstellt, seine leibliche Tochter ist, was er ahnt, jedoch nicht wissen kann. Als die Frau durch einen Unfall stirbt, entschliesst sich Faber, seinem Leben eine neu Richtung zu geben und Gefuehle zuzulassen. Faber versucht einen Wandel, dem seine Starrheit, Inflexibilitaet und die Unfaehigkeit (zu Lieben) Gefuehle zuzulassen, zum Opfer fallen. Ob er diesen Wandel wirklich noch vollziehen kann, bleibt bei dem Ende offen. Das Leben ist wirklich zu kurz, um an Vorsaetzen, Praemissen, Zwaengen wider besseren Wissens festzuhalten. Faber verkoerpert genau diesen Prinzipientreuen Mann, der sich wohl mittlerweile ueberlebt hat. Gottseidank. Und den man dennoch an verschiedenen Stellen des Lebens antrifft. Leider. Lesenswert. (Autor/in)
Manipulation der Wahrheit
    
Ich mußte "Homo Faber" in der Schule lesen und in einer Hausarbeit bearbeiten und ich war damals schon in einer geistigen Verfassung, wo es mir Spaß gemacht hat. Deshalb ist mein Buch voller handschriftlicher Notizen, die es mir immer wieder ermöglichen, meine eigene Entwicklung nachzuvollziehen. Bei einen Umzug fiel es mir wieder in die Hände, im Sommerurlaub wurde es abermals gelesen!
Natürlich spielt der Roman in der Zeit der 50er Jahre mit wesentlichen Rückblicken auf die Nazizeit. Und natürlich kann man fragen, was davon heute noch relevant ist. Vieles! Auch heute noch genießen wir eine absolut verkopfte Ausbildung und wundern uns, dass dass wir nicht gelernt haben, Beziehungen zu bauen und zu pflegen. Wie Homo Faber. Und noch immer, oder schon wieder, werden den Anforderungen einer globalen Wirtschaftsgesellschaft mehr Beachtung geschenkt als der laut Verfassung besonders zu schützenden Familie. Wie Homo Faber.
Max Frischs Roman "Homo faber" aus dem Jahr 1957 ist ein vielschichtiges Meisterwerk. Am Spannendsten finde ich den Umgang des Ich-Erzählers Walter Faber mit der Wahrheit. Vor allem im ersten Teil legt er sich die Wahrheit immer so zurecht, wie es ihm gerade in den Kram passt. Mit seinem Bericht verfolgt er das Ziel, sich zu rechtfertigen, nämlich dass ihn keine Schuld am Tod seiner Tochter trifft. Am Anfang behauptet er, dass er als Techniker nicht an Schicksal glaube, dass er folglich ein vollkommen rationaler Mensch ist. So rational ist er jedenfalls nicht, wie er tut. Er handelt gefühlsbetont, impulsiv, spontan. Zudem gurkt ihn sein ganzes Leben an (immer wieder "wie üblich"). Sein Techniker-Getue ist stark aufgesetzt und eine Art Selbstschutz, da er Angst vor der Endlichkeit des eigenen Lebens und somit vor dem Tod hat. Er verdrängt unangenehme Tatsachen.
In Homo faber" wird von einem Mann erzählt, der durch eine Reihe von Zufällen zu einer neuen Sichtweise der Natur gelangt. Bei diesen Zufällen handelt es sich um naturbedingte Ereignisse, also solche,die von der Natur herbeigeführt werden beziehungsweise mit ihr in Zusammenhang stehen (Bsp: die Notlandung in der Wüste, das Festsitzen im Dschungel oder die Liebesbeziehung zu seiner eigenen Tochter). Fabers Sicht von der Natur macht im Verlauf des Romans eine Wandlung durch. Er ist in der Lage die Schönheit der Natur zu sehen, Gefühle zuzulassen und sogar zu zeigen. Am Ende nimmt der Roman eine dramatische Wendung. Nach einer Magenkrebsoperation, bleibt zwar das Ende des Buches offen. Man kann aber davon auszugehen, dass Faber in diesem Zusammenhang stirbt.
Es stellt sich die Frage, ob Homo faber" eine realistische Figur ist. Meiner Meinung nach ist seine Wandlung auf ungewöhnlich viele Zufälle zurückzuführen, sodass die Häufung der einzelnen Ereignisse die Geschichte zunehmend unglaubhafter werden lassen. Außerdem ist Faber als Mensch eine extrem zurechtgedachte" Person, die es in der Realität nicht geben kann. Der Autor hat sie so konstruiert, um seine Intension besser zum Ausdruck bringen zu können beziehungsweise um sie für den Leser verständlicher zu machen. Einerseits wird Faber als Realist dargestellt, andererseits aber ist es realitätsfern, weil er sich in seinem Leben nur mit der Technik auseinandersetzt. Er merkt allmählich selbst, dass er mit seinem technischen Weltbild an Grenzen stößt und damit nicht die gesamte Welt erfassen kann.
Die Erzählstruktur des Romans geht über die objektiv wahrnehmbare, faktische Ebene der Beschreibung nie hinaus. Weder Platz für Spekulationen oder Träume wird gewährt, noch für Emotionen oder Spontaneität. Und eben das erzeugt die fesselnde wie abstoßende Authentizität dieses Werks - eine trotz durchgehender Schlichtheit schriftstellerische Bravour Max Frischs, die eindringlicher die Frage nach dem Anspruch und der Definition des eigenen Ichs nicht stellen könnte.
Letztendlich lernt Walter Faber das Leben in seiner ganzen Pracht an Diversität und Irrationalität erst da zu genießen, als ihm tödlicher Magenkrebs diagnostiziert wird.
Ein Tipp noch: Immer mal Pausen machen, hilft beim Verstehen des Buches...
Viel Spass beim Lesen
(Autor/in)
Es geht
 
Das Buch habe ich aufgrund meiner Schule kaufen müssen, ich empfand es war gut zu lesen.
Mein Geschmack ist es nicht, aber wenn man danach den Film sieht, erkennt man den Unterschied von Buch zu Film.
Ein Blick wert. (Autor/in)
Schul Lektüre

Wir mussten Homo Faber in der Schule lesen und haben es dann ausführlich erörrtert.
Im großen und ganzen geht es um einen Gefühlskrüppel der auf junge Frauen steht(wie Max Frisch selbst)und von Schicksal und solchem gesschwaffel nichts hält. Für ihn zählt nur die Technik am Schluß kann man zwar erkennen das er seine Gefühle eher zu lässt aber als emotionalen überflieger kann man ihn immer noch nicht bezeichnen. Das verstörende an diesem Buch ist, dass er mit seiner Tochter ,Sabeth,(zugegeben er weiß am Anfang nicht das sie seine Tochter ist) ein Verhältniss anfängt. Auf Kuba dann kann man dann auch noch feststellen das Walter Faber pädophile Neigungen hat denn er bezeichnet einen 7 Jährigen Jungen als sexuell anziehend was ich ziemlich seltsam finde (Ich denke/hoffe ihr auch). In dem Buch kann man auch einige Verknüpfungen zu der Griechischen Mythologie finden wie z.B. den sogenannten Ödipus-Komplex (Ödipus heiratet seine ihm unbekannte Mutter und hat sogar Kinder mit ihr (Kurzfassung))der bei Faber allerdings umgekehrt ist (Vater liebt Tochter).
Alles in Allem finde ich das Buch ziemlich abstoßend selbst für eine Schul Lektüre!!!
Hoffe das hilft euch weiter (Autor/in)
Manipulation der Wahrheit
    
Max Frischs Roman "Homo faber" aus dem Jahr 1957 ist ein vielschichtiges Meisterwerk. Am Spannendsten finde ich den Umgang des Ich-Erzählers Walter Faber mit der Wahrheit. Vor allem im ersten Teil legt er sich die Wahrheit immer so zurecht, wie es ihm gerade in den Kram passt. Mit seinem Bericht verfolgt er das Ziel, sich zu rechtfertigen, nämlich dass ihn keine Schuld am Tod seiner Tochter trifft.
Am Anfang behauptet er, dass er als Techniker nicht an Schicksal glaube, dass er folglich ein vollkommen rationaler Mensch ist. So rational ist er jedenfalls nicht, wie er tut. Er handelt gefühlsbetont, impulsiv, spontan. Zudem gurkt ihn sein ganzes Leben an (immer wieder "wie üblich"). Sein Techniker-Getue ist stark aufgesetzt und eine Art Selbstschutz, da er Angst vor der Endlichkeit des eigenen Lebens und somit vor dem Tod hat. Er verdrängt unangenehme Tatsachen.
Wenn Faber etwas behauptet, so stimmt häufig genau das Gegenteil. Wenn er sagt, er habe Sabeth nicht nachgestellt, dann hat er ihr effektiv nachgestellt. Der Bericht ist somit überhaupt nicht objektiv. Die Manipulation der Wahrheit kommt besonders schön zum Ausdruck, als Faber zu beweisen versucht, dass Sabeth nicht seine Tochter sein kann: "Sie konnte nur das Kind von Joachim sein! Wie ich's rechnete, weiss ich nicht; ich legte die Daten zurecht bis die Rechnung wirklich stimmte, die Rechnung als solche." Erst im zweiten Teil stellt sich Faber den Fakten und seiner Schuld und setzt sich damit auseinander, weshalb hier seine Darstellung objektiver und wahrheitsgetreuer ist. (Autor/in)
"Homo Faber"-die Ansichten der 50-er Jahre
  
In dem Roman "Homo faber" von Max Frisch geht es um den Ingenieur Walter Faber, der versucht alles objektiv zu sehen und am Anfang keine Gefühle zulässt, was sich gegen Ende des Buches ändert.
Walter Faber lernt auf einem Flug den Bruder seines ehemals besten Freundes Joachim kennen und beschließt spontan diesen zu begleiten um Joachim in Guatemala zu besuchen. Dieser jedoch hat Selbstmord begangen. Faber findet heraus, dass seine ehemalige Geliebte Hanna mit ihm verheiratet war und die beiden eine Tochter haben.
Auf einer Schiffsreise lernt Faber die junge lebenslustige Sabeth Piper kennen und geht mit ihr eine Liebesbeziehung ein, da er nicht weiß, dass sie seine Tochter ist. Denn er geht ja davon aus, dass Hannah eine Tochter mit Joachim hat und ihr Kind von Faber abgetrieben hat. Sabeth kommt durch eine Hirnblutung um, für die ihr Vater verantwortlich ist. Walter Faber trifft aus diesem Grund auch Hanna in Athen wieder, wo er sich, vor ihrem Tod, um seine Tochter kümmert und später dann selbst wegen Magenkrebs ins Krankenhaus muss und wahrscheinlich stirbt.
Faber ändert sich im Laufe seiner Reise. Anfangs lässt er keinerlei Gefühle zu, auch wenn er sie hat. Erst durch seine Tochter und Geliebte Sabeth lernt er richtig zu leben, das heißt seine Emotionen auszudrücken und zu zeigen.
Die Hauptpersonen sind eigentlich nur Walter Faber und Sabeth, auch Hanna spielt eine große Rolle, wird jedoch erst am Ende des Buches eingebracht. Faber ist der Ingenieur mit technisch-rationalem Denken, der eigentlich keine Angst, also keine Gefühle zulassen will. Sabeth hingegen versteht die Weltanschauung ihres 30 Jahre älteren Freundes und Vaters nicht. Sie lässt sich von Emotionen leiten und sieht den Mensch nicht als Maschine, sondern als eigenständiges Lebewesen, das nicht von Maschinen übertroffen werden kann. Ähnliche Ansichten hat auch ihre Mutter Hanna.
Auf dem Deckblatt des Buches steht, dass "Homo faber" ein Bericht ist, was jedoch nicht stimmt. Walter Faber versucht zwar, aufgrund seiner technischen Weltanschauung, objektiv zu bleiben, was ihm jedoch nicht gelingt. Es tauchen immer wieder Rückblicke und auch Vorausblicke auf, genauso wie emotionale Ausbrüche. Deswegen ist "Homo Faber" ein Roman. Max Frisch bezieht nur schon auf dem Deckblatt das Denken Fabers mit ein.
Er schreibt in relativ einfachen Sätzen. Will Max Frisch aber einen Gefühlsausbruch seines Protagonisten beschreiben, verwendet er ausschmückendere Begriffe und auch längere Sätze.
Die Spannung in dem Roman fällt und steigt ein paar Mal, da einige unerwartete Höhepunkte auftauchen.
Das Ende ist offen, weil es bei der Operation Fabers aufhört. Doch durch die negativen Formulierungen vor der Operation kann man sich denken, dass Walter Faber den Eingriff nicht überlebt oder kurz danach stirbt.
Das Buch ist teilweise interessant, in anderen Teilen jedoch langweilig, weil Max Frisch immer wieder sehr lange die Naturereignisse oder auch andere Sachen, die Faber sieht, beschreibt. Das Interessante und auch Spannende an diesem Roman ist die Veränderung Fabers durch seine Tochter und vielleicht auch durch seine Krankheit. Er weiß, dass er sterben muss und erlebt so die Dinge mit Sabeth zusammen viel bewusster und auch emotionaler, weil er davon ausgehen muss, dass es das letzte Mal ist, wo er dies alles sehen und erleben kann. Sabeth tut ihm so gut, weil sie Faber an ihre Mutter erinnert und er diese immer noch liebt.
Es ist auch beim Analysieren des Romans zu erkennen, dass Max Frisch sich durchaus auch auf Mythen bezogen hat, wie auf den Ikarus - und den Prometheus - Mythos.
Denn Faber hat Bindungsangst, versucht aber mithilfe der Technik die Grenzen der Natur zu überwinden. Doch er scheitert wegen der Einseitigkeit seines technisch-rationalistischen Denkens, die zur Blindheit führt (der Tod Sabeths, der Magenkrebs, der Absturz der "Super Constellation").
Der Roman ist durchaus anspruchsvoll und hintergründig und nicht dafür geeignet ihn mal nebenbei zu lesen. Wenn man ihn richtig verstehen will, muss man sich auf das Buch konzentrieren und es durchaus zwei bis dreimal lesen um alle Absichten Max Frischs zu verstehen.
(Autor/in)
Rezension Homo faber
  
Homo faber" bedeutet arbeitender Mensch. Die Hauptperson des Romans heißt Walter Faber und ist Techniker. Er hat einen unrealistischen Blick auf die Welt, den Blick eines Technikers; sehr rational und er verachtet Gefühle. Aber mit der Zeit verändert er sich, beeinflusst durch die unerklärlichen Geschehnisse in seinem Leben. Das geschehen des Romans besteht aus vielen unglaublichen Zufällen. Walter Faber trifft in einem Flugzeug den Bruder eines alten Freundes. Er ändert seine Reiseroute um diesen zu besuchen, findet diesen allerdings tot vor, erfährt aber, dass er, der Freund, seine Jugendliebe geheiratet hat. Faber trifft auf der ersten Schiffüberfahrt seines Lebens seine ihm unbekannte Tochter. Er verliebt sich in sie und auf einer ungeplanten Tour nach Rom haben die beiden ein Verhältnis. Walter Faber denkt weniger technisch und hat Gefühle, aber durch einen Unfall stirbt seine Tochter in einem Athener Krankenhaus. Dort trifft er ihre Mutter und seine ehemalige Freundin wieder, die ihm verzeiht. Bei Faber wird ein Magenkrebs diagnostiziert und das Buch endet mit ungewissem Ausgang.
Diese ganzen zufälligen Begegnungen und Geschehnisse kann man als Schicksal eines Menschen, der nicht natürlich lebt, aber am Ende zu sich findet, sehen.
Diese Buch ist, wenn man es allein und in kurzer Zeit liest, sehr interessant und zu empfehlen, da der Roman eine spannende und aktuelle Handlung hat. Außerdem kann man sich auch noch seinen eigenen Teil dazu denken, da der Autor manches offen lässt. Wenn man dieses Buch in der Schule analysiert und interpretiert, entdeckt man einige interessante Parallelen ( z.B. die Legende von Ödipus ). Man kann auch gut über die Ansichten der Akteure des Buches diskutieren und versuchen diese zu verstehen. Da diese Ansichten heute noch vorkommen, ist das Buch aktuell und menschenbezogen. Der Leser kann sich gut einfühlen.
Zu empfehlen ist dieser Roman als Freizeitlektüre, da er interessant und so spannend ist, das man den Ausgang erfahren möchte. Allerdings kann das offene Ende enttäuschen und Fragen aufwerfen. Die Handlung ist, meiner Meinung nach, durch die vielen Zufälle etwas unrealistisch, aber trotzdem noch möglich.
Lesespaß ist eindeutig vorhanden.
(Autor/in)
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Impressum
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