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Zen-Buddhismus und Psychoanalyse (Suhrkamp Taschenbücher 37)

Zen-Buddhismus und Psychoanalyse (Suhrkamp Taschenbücher 37)
von Erich Fromm, Richard de Martino und Daisetz Teitaro Suzuki
Suhrkamp Verlag
1972-01-02

Taschenbuch
240 Seiten
ISBN: 3518365371




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Erleuchtung = Aufhebung von Verdrängungen = Bewußtsein ?
Was ist Zen? Was ist Psychoanalyse? Ist das "Erleuchtungserlebnis" der (Zen-)Buddhisten in etwa das, was in der Psychoanalyse "Bewußtwerden" und "Aufheben von Verdrängungen" genannt wird? Wie unterscheiden sich die Methoden? Was bedeuten sie für den Menschen? Diese und mehr Fragen werden in einer gut zu lesenden Sprache beantwortet; besonders anmutig sind dabei die rührseligen Formulierungen Suzukis und Fromms, wenn sie versuchen Kontinuelles diskret zu formulieren.


Unerträgliche Wissenschaftlichkeit
Da ich mich schon längere Zeit im Studium des Zen befinde, fand ich es doch sehr befremdlich, daß hier mit solch trockener Wissenschaftlichkeit argumentiert und beschrieben wird. Hier beschreiben Autoren etwas, was sie selbst wahrscheinlich nicht einmal annähernd kennen bzw. erlebt haben. Besonders die Beschreibung von "de Martino" kritisiere ich, denn wem hilft schon eine Beschreibung eines Dilemmas des eigenen Egos aus wissenschaftlicher Sicht? Letztendlich müssen wir uns selbst auf die Suche nach Erkenntnis unseres eigenen Dilemmas machen. Die Wissenschaft ist dabei so hilfreich, wie verdorbenes Dosenfutter. Letztendlich kann ich das Buch auf keinen Fall jemanden empfehlen, der sich mit Zen ernsthaft befassen möchte. Dafür gibt es schönere Bücher und natürlich ist die eigene Übung dabei das Wichtigste. (Autor/in)


Lehrreich und hilfreich.
Ein sehr gutes Buch, das man mit Gewinn liest. Lediglich der Beitrag von de Martino hat mir nicht gefallen. Das liegt an der theologischen Sprache und Sichtweise. Theologie war noch nie hilfreich für Menschen. Es sei denn, der Mensch braucht hilfreiche Illusionen. Aber ein Zustand, der der Illusion bedarf, kann kein guter Zustand sein.
Aber sonst ist Erich Fromm immer noch lesenswert. Vor allem, weil er in allen seinen Büchern betont, daß das wertvollste für den Menschen in der modernen Gesellschaft das kritische Denken ist. Andernfalls wäre er allen Manipulationen und Verführungen hilflos ausgesetzt. (Autor/in)


Toller Fromm-Text
Trotzdem der Kongress, worauf die Beiträge im Buch basieren, nunmehr ca. 50 Jahre zurückliegt und der Zen-Buddhismus sich auch im Westen weiter verbreitet hat, sind die Texte immer noch aktuell. Einschränkend muss ich sagen, dass ich nur die Texte von Suzuki und Fromm gelesen habe, aber schon diese beiden sind es wert, das Buch zu kaufen.
Fromm gelingt es, in seiner analytischen und klaren Art, die Gemeinsamkeiten von Zen und Psychoanalyse herauszuarbeiten und wie sich beide befruchten könnten. Dabei stellt er die Psychoanalyse auch in einen größeren Rahmen, der weit über die Behandlung von Symptomen hinausreicht. Psychoanalyse in seiner konsequenten Weiterführung ist für Fromm ein Weg, die Entfremdung des Menschen von sich, von seinen Mitmenschen, von der Natur und letztendlich vom Kosmos wieder aufzuheben. Hierin unterscheiden sich Zen-Buddhismus und Psychoanalyse nicht, nur die Mittel um dies zu erreichen sind sehr unterschiedlich.
Aus meiner Sicht, ich habe die heilende Wirkung von Psychoanalyse selbst erfahren und lerne seit Monaten Zen in Theorie und Praxis kennen, kann ich mir eine gegenseitige Befruchtung gut vorstellen und finde sie sogar wünschenswert. Durch die Praxis des Zen können tiefe Schichten des Unbewußten berührt werden, die auch gut auf die Couch gehören und bearbeitet werden wollen.
Der Text von Herrn Suzuki war für mich schwerer zu lesen, und ohne mein vorhandenes Hintergrundwissen des Zen hätte ich ihn wohl gar nicht verstanden. Mich würde interessieren wie viele, von den damals anwesenden Psychoanalytikern, ihm in seinen Ausführungen folgen konnten. :) (Autor/in)


Empfehlenswert
Dieses Buch sei allen empfohlen, die sich ernsthaft und kritisch mit dem Zen Buddhismus beschäftigen und nicht in eine der vielen esoterischen Fallen geraten wollen, die die Verwestlichung Aufgetan hat. Die Einführung von Suzuki erfüllt bei weitem mehr als ihren Zweck und die intelligente und unvorbelasstete Herangehensweise Fromms an solch ein schwer wissenschaftlich zu fassendes Thema ist durchaus lobenswert.
R. de Martino rundet das Buch nicht gerade ab, doch wer dem Buch trockene Wissenschaftlichkeit vorwirft, schein die Intention des Werkes nicht ganz beachtet zu haben.


Für mich als Zen-Anfänger extrem hilfreich
Das vorliegende Buch war für mich als Zen-Anfänger zum Begreifen der Theorie hinter dem Zen (soweit das überhaupt möglich ist) ein sehr hilfreicher erster Schritt. Fromm schreibt gewohnt klar und ihm gelingen schöne Quervergleiche zwischen dem Zen und der Theorie zur Psychoanalyse. Suzuki öffnet unseren westlichen Geist für Bereiche in denen zu Denken wir nicht inder Lage sind ... und liefert als Beiprodukt ein paar interessante Hypothesen zu Asien und seinen Menschen. De Martinos Aufsatz fällt klar gegen die beiden "Altmeister" ab und ist phasenweise recht zäh.


Grandios, voller Verständnis vom Leben, liebevoll, klar
Suzuki ist ohnehin der Meister des Zen in dieser Zeit. Erich Fromm zieht klare und deutliche Vergleiche zwischen Zen und westlicher Psychoanalyse. De Martino stellt unvergleichlich klar das Dilemma dar, in dem sich jeder Mensch befindet. Der innere Widerspruch des Ego, der darin besteht, daß es einerseits handelt, indem es sich seiner selbst bewußt ist und sein Selbst bejaht, daß ihm aber andererseits dies auch mitgeteilt wird, es also einerseits Subjekt, andererseits indes Objekt ist, wird geradezu brilliant dargestellt.Ob zur Lösung dieser Grundsituation ZEN vonnöten ist, mag dahingestellt sein. Summa summarum: ein Buch, das man lesen muß, will man seine eigene Position im Weltgeschehen erkennen.


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