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Die Entdeckung des Himmels

Die Entdeckung des Himmels
von Harry Mulisch
rororo
1995-09-01

Taschenbuch
880 Seiten
ISBN: 3499134764




Kommentare und Bewertungen:
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Für jeden, der die alten Klassiker hinter sich gelassen hat.
Herrlich spannend zu entdecken, was der Himmel da so mit uns Menschen vorhat. Und wie uns die Weltreligionen, aber auch Dr. Faust und Co. schon immer dahingeführt haben. Harry Mulisch hat witzige und geistreiche Ideen mit Althergebrachtem zu einer leckeren Mischung zusammengerührt.


Ganz erstaunlich
Ein gottgleicher Junge bringt dem auserwählten Volk die geklauten 10 Originalgebote wieder zurück; welche Wendungen die Geschichte auch nimmt, wohin der Weg die Helden auch führt, man begleitet sie mit Sympathie und Anteilnahme auf ihrem spannenden Lauf durch die Zeit, wobei der Leser,erfreut durch den Gedankenfluß in schöner Sprache, auch mal gern den Kopf hochnimmt, um ein wenig zu philosophieren.


Eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit las.
"Die Entdeckung des Himmels" war eines der Highlights meines diesjährigen Urlaubs, wobei mir Mulisch's Darstellung der Dreiecksbeziehung Max, Onno und Ada am besten gefiel. Die Charaktere sind einem zum Schluß so vertraut und man kennt diese so gut, dass es mir z.B. einige Seiten *bevor* Mulisch dies sagt, vollkommen klar war, warum Onno den Raben in Rom "Edgar" nennt.

Das Ereignis auf das der gesamte Roman eigentlich hinarbeitet (die große Aufgabe von Quinten) fand ich allerdings etwas kurz dargestellt. Aus diesem Grunde gefiel mir der Schluß des Buches (etwa vom dem Zeitpunkt an, an dem Max stirbt) nicht so gut.

Ich selbst hab früher Radioastronomie betrieben so dass es für mich persönlich recht witzig war, die Ausführungen von Max zu diesem Thema zu lesen, insbesondere auch die Beschreibungen des Radiosynthese-Teleskopes in Westerbork.


Sprachgewaltige und humorige Erzaehlung
Dieses Buch hat mich augenblicklich gefangen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen! Mit welchem Geschick Mulisch es versteht hintergruendiges aus Religion, Philosophie, Sprachwissenschaft und Physik zu vermischen und daraus eine phantastische Geschichte zu weben ist umwerfend. Die Leichtigkeit, in der er mit der Sprache umgeht ist in der deutschen Uebersetzung hervoragend erhalten geblieben! Wer sich gerne auf eine Reise entfuehren laesst, in der auch ein Hauch von Methaphysik enthalten ist, kommt hier voll auf seine Kosten! Meiner Meinung nach ein echtes Highlite! Ein Buch das in's Ehrenregal gehoert!


Spannend, unterhaltsam und auch noch bildend!
Selten ein solches Gemisch aus Humor, Faszination, Weltanschauung und den verschiedensten Bildungssparten kennengelernt! Harry Mulisch führt einem alles an die Seite, womit sich der Unterdreißigjährige bisher selten befaßt hat: Musik, Literatur, Kunst, katholische und jüdische Religion, den Nationalsozialismus, niederländische Geschichte, Astronomie, Sprachwissenschaft, und nicht zu vergessen die Geschichte einer jahrelangen alle Unwirtlichkeiten überstehenden Freundschaft, die man wohl sicherlich nur einmal im Leben findet. Wer dann noch Interesse an einem allumfassenden Weltbild hat und sich mit dem Gedanken des Allmächtigen, der über allem steht und die Geschicke der Menschheit leitet, anfreunden kann, wird an diesem Buch seine helle Freude haben. Einziger Mangel: selbst der Abiturient des ausgehenden 20. Jahrhunderts muß hier in den Tiefen seiner Bildung graben, um auch nur annähernd den Informationen über die Studentenunruhen der 60-er Jahre und der Kubakrise folgen zu können. Auch teilweise Absätze über die diversen Kunst-, Literatur-, und Musikstile bleiben dem normalgebildeten Durchschnittsmenschen unverständlich. Alles in allem dennoch ein Hochgenuß!


Kurzweiliges Hörspiel
Ich beziehe mich auf das Hörspiel zum Buch auf 2 CDs. Die Sprecher haben angenehme Stimmen und spielen die Handlung sehr gut. Die Hintergrundmusik ist angenehm, oft ein wenig unheimlich.
Die Handlung des Buches ist sehr gekürzt. So einige Fragen bleiben da am Ende offen. Im Hörspiel kommen die Eingebungen von Quinten Quist am Ende doch ziemlich plötzlich. Manchmal nimmt die Handlung etwas merkwürdige, ja an den Haaren herbeigezogene Wendungen. Und warum der Engel auf so hinterst-vorderste Art und Weise erst zwei Menschen verkuppeln, einen Quinten Quist auf die Welt kommen lassen muss um dann letzlich doch nur die Gebote klauen zu lassen (wie durch ein Wunder ist das Öffnen der Schlösser scheinbar null Problem für den Wunderknaben). All das bleibt beim Hörspiel auf der Strecke.
Fazit: Die guten Schauspieler und die stimmige Musik machen das Hörspiel kurzweilig und retten über grobe Kürzungen in der Handlung hinweg. Wer allerdings wissen will, warum für manche der Roman DAS Buch ihres Lebens ist und wer die Thesen von Harry Mulisch näher ergründen will, der wird hier unmöglich fündig. Da greift man besser zum Buch. (Autor/in)


Das beste Buch der 90er
Ich habe schon viele Romane gelesen. Gute sowie schlechte.
Aber ein Roman wie "Die Entdeckung des Himmels" ist mir
bisher noch nie untergekommen.

Es ist eine Geschichte, die sich aus zahlreichen Facetten
zusammensetzt und so ein wunderschönes, raffiniertes Gesamt-
bild ergeben.

Die Handlung ist schnell erzählt: Zwei engelsartige Wesen
beschließen einen Coup! Dazu benötigen sie jedoch jemanden
auf der Erde, um ihren Auftrag auszuführen. Was dieser Auf-
trag ist, muss der Leser selbst herausfinden. Ich verrate
nichts.

Interessant ist der Aufbau des Romans:

flüßige Schreibweise, ein Meer an Anekdoten und Weisheiten
aus den unterschiedlichsten Bereichen menschlicher Kultur:
Geschichte, Architektur, Malerei, Politik, Liebe, Tod,
Literatur, Sprachen und Astronomie. Alle diese Themen werden
lustvoll und gekonnt in den Roman verwoben, so dass man
am Ende Roman und Sachbuch in einem gelesen hat.
Aber keine Angst: das ganze wird an keiner Stelle
trocken oder langweilig.

Die verschiedenen Vorwürfe hier im Forum muss ich ent-
kräften: den Roman prägt ein männerdominiertes Weltbild;
der Autor möchte nur mit seinem umfangreichen Wissen
brillieren, ihm gehe es gar nicht um das Verfertigen eines
Romans; die Figuren seien ständig nur am labern usw.

Wer mit diesen Vorwürfen kommt, hat anscheinend Sinn und
Absicht dieses Romans nicht verstanden. Wer meint, die in
dem Roman präsentierten Gedanken seien politisch inkorrekt
oder die Protagonisten zu überzeichnet, der kaufe sich am
besten ein Sachbuch, da hat der von der Fiktion überforderte
Leser mehr Freude.

Alles in allem, eines der besten Bücher, die ich je gelesen
habe. Uneingeschränkt zu empfehlen, für alle neugierigen
Leser, die eine grandiose Geschichte lesen wollen.




(Autor/in)


(M)Ein neuer Klassiker!
Es gibt natürlich schon ausreichend Rezensionen zu diesem Buch, aber ich kann's einfach nicht lassen, weil dieses Buch so schön ist!

Dieses Buch hat mich für viele Tage sehr in seinen Bann gezogen! Was mir besonders gut gefällt, ist Mulischs Talent, mit Humor die komplexesten philosophischen Gedanken religiöser, politischer, moralischer und ethischer Art mit einem dazu noch äußerst spannenden Roman zu verbinden. Mulisch besitzt ein herausragendes Talent, mit Worten umzugehen und Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Eine große Kunst! Es ist eine Saga, ein Familienepos im Stile Thomas Manns, mit sehr liebevoll und gut gezeichneten Charakteren, die auch Ecken und Kanten haben.

Die Freundschaft zwischen Max und Onno ist sicherlich ein Hauptthema (ihr Freundschaftspakt entsteht, weil sie beide am gleichen Tag geboren wurden und doch unterschiedlicher nicht sein könnten) und die philosophischen, politischen Gespräche zwischen den beiden mögen zwar manchmal etwas künstlich wirken, sind aber absolut großartig. Pointiert, ironisch, interessant! Klasse! Diese Seiten habe ich geliebt und oft laut gelacht beim Lesen.

Zum Inhalt muss ich wohl nicht mehr viel sagen, das ist schon ausführlich beschrieben worden.

Dieses Buch gehört inzwischen zu meinen Lieblingsbüchern, weil die Geschichte einfach so skurril und schön ist, so vollgepackt (aber nicht überfrachtet) mit Liebe, Drama, Humor und Spannung, dass ich mich über das etwas schwache Ende hinwegtrösten kann. Das Ende ist meiner Meinung nach der einzige Schwachpunkt des Buches. Es ist vorhersehbar, was noch nicht so schlimm wäre, aber es wirkt aufgesetzt und unausgegoren. Als wenn Mulisch die Lust vergangen wäre und er die Geschichte irgendwie endlich zu ende bringen wollte. Das fand ich etwas schade. Und leider bleiben die Frauenfiguren etwas schwach im Vergleich zu den Männern. Ada hat im Prinzip nie eine Chance, charakterlich auf gleicher Höhe mit Max und Onno zu gelangen. Sie spielt im Prinzip nur als Mutter von Quintin und zur Abhandlung des Themas Sterbehilfe eine Rolle.
Aber: Diese Schwächen werden durch den Gesamteindruck allemal aufgewogen!

Am besten hat mir die Figur des Max gefallen! Seine Biografie ist so ungewöhnlich, dass man es kaum glauben mag. Der Vater ein holländischer Nazikollaborateur, der letztendlich seine jüdische Frau (Max' Mutter) ins Lager bringt und nach dem Krieg erhängt wird. Max ist somit früh Vollwaise und erfährt erst spät die Wahrheit. Das schafft in Max eine unglaubliche Zwiespältigkeit, er sagt an einer Stelle, er wäre Opfer und Täter zugleich durch seine Eltern. Diese Ambivalenz zieht sich durch sein ganzes Leben und gibt der Figur ihre gut nachzuvollziehende Tragik, aber schafft auch Empathie. Ich habe gelesen, dass Mulisch einen ähnlichen Hintergrund hat. Da hat er wohl in Max einiges aus seiner eigenen Biografie verarbeitet.

Bewegend, berührend, intelligent, breit gefächert, philosophisch. Lesenswert!
Auch ein wunderbares Geschenk! (Autor/in)


Spannend aber laaaangatmig
ich fand das Buch nicht so dolle. da war der vergessene Papst besser.
Ansonsten mag ich Historische Romane und der hier ist auch nicht schlecht, nur eben etwas zu langatmig. (Autor/in)


Gentechnik für Fortgeschrittene
Es geht um das Zurückholen der Gesetzestafeln von Moses, weil Gott den Vertrag mit der Menschheit kündigen will. Da dies ein außergewöhlicher Mensch vollbringen muss, ist genetisches Tricksen erforderlich: Das Wesen, was dies vollbringen soll, hat zwei Väter und eine Mutter. Ganz zu schweigen von den Eingriffen in die Erziehung dieses Wesens.
Am Anfang und Ende jedes Abschnitts unterhalten sich die "Engel" - Ausführender und Chef - wie dies alles von "oben" beeinflusst wurde.
60-70er Jahre, teilweise politisch, philosophisch, gute Allgemeinbildung erforderlich. (Autor/in)


Vielschichtig und kurzweilig
Das Buch verblüfft einen von der ersten Seite an. Der Prolog der beiden Wesen macht neugierig auf mehr. Die umfangreiche Auswahl an Themen, die hier angeschnitten werden bietet eine faszinierende Lektüre für jedermann. Theologie, Esoterik, Nationalsozialismus und nicht zuletzt die Niederlande. Vor allem die Charaktere fesseln einen und ließen mich nicht mehr los. Aber auch das Lachen kam nicht zu kurz (die Kuba-Episode).


Wie das Leben selbst
Mulisch ist ein exzellenter Erzähler - einer, der das Leben, über das er schreibt, selbst erlebt und es in Worte zu fassen weiß. Vor allem: Mulisch zeichnet nicht Schwarz/Weiß. Es geht um den Menschen mit seiner Ur-Schuld, die er sich auflädt, indem er einfach ist, wie er ist. Da schläft der beste Freund mit der Frau des besten Freundes, die dann ein Kind bekommt... aber es wird nicht gerichtet, sondern weitergelebt. Gras wächst, neue Dinge geschehen, und nachdem man mit einem der Hauptpersonen 30 Jahre durchlebt und durchlitten hat, stirbt dieser einfach - wie im wirklichen Leben. Ein Buch, in dem man sich verlieren kann. Weniger anfreunden konnte ich mich mit den esoterischen Hintergedanken des "Alles-hängt-mit-allem-zusammen" und dem etwas metaphysisch angehauchten Ende... aber gestört hat es mich auch nicht.


Einfach und doch tiefsinnig
Ich war fasziniert von der einfachen art und weise tiefsinnige Gefühle auszudrücken. Ich habe mich oft wiedererkannt. Außerdem hat das Buch meine Neugier auf Rom geweckt und habe deshalb Rom besucht und mich von dem Pantheon inspirieren lassen. Ich kann das Buch für "Suchende" nur weiterempfehlen!!!


Mulisch's Faust-Sinfonie: Die Entdeckung des Himmels
Zu Anfang vielleicht gleich - richterlich - das Urteil, das im folgenden begründet werden soll: Der niederländische Autor Harry Mulisch hat mit seinem 1993 erschienen Werk "Die Entdeckung des Himmels" tatsächlich einen ganz großen Wurf gelandet. Wie man dem Buchrücken entnehmen kann, bezeichnete die Wochenpost das Buch als einen "Jahrhundertroman". Geirrt hat sie sich damit nicht, jedenfalls nicht allzu stark.

Die Verwunderung zu Anfang der Erzählung ist groß, wenn sich der Leser plötzlich zu einem Prolog im Himmel befindet. Zwei himmlische Gestalten unterhalten sich über die Menschheit und ihren atemberaubenden wissenschaftlichen Fortschritt. Bald wird der Mensch wohl ebenso mächtig sein wie Gott. Beide sprechen auch über einen Auftrag, der erfolgreich abgeschlossen wurde, nämlich das Testimonium zurückzubringen. Um was es sich hierbei handelt und wieviel Aufwand betrieben werden mußte, schildert die eine himmlische Gestalt in einem 800seitigen (nur von drei kurzen himmlischen Intermezzos unterbrochenen) mündlichen und zugleich fesselnden Bericht seinem Vorgesetzten.

Nur ein ganz besonderes Kind, dessen genetische Anforderungen drei Generationen lang so unterschiedliche Vorfahren zusammenbrachten, kann den himmlischen Auftrag erfüllen. Wie es dazu kam, daß sich seine eigentlichen Eltern, Max Delius und Ada Brons, fanden und den Sohn zeugten, wird ausführlich geschildert. Eine dritte Person kompliziert die Situation: ein gewisser Onno Quist, Sohn des ehemaligen niederländischen Staatschefs. Bei ihm handelt es sich wohl um einen der gebildetsten Figuren des modernen Romans, ein Sprachgenie, der das Etruskische entschlüsselte und in der Politik einen Aufstieg schafft. Für den Leser ist es ein Vergnügen, seinen Ausführungen über christliche Kultur auf der einen Seite und knallharten Erkenntnissen über die heutige Gesellschaft und Machstrukturen auf der anderen zu folgen. Ihn verbindet mit Max eine ganz besondere Freundschaft, die entstand als Max Onno per Anhalter mitnahm: "Sie hatten einander gefunden - das war der Moment. Wußten sie es beide? Mit diesen wenigen Worten war eine Brücke geschlagen worden. Max wußte sich von Onno durchschaut wie von nie jemandem zuvor, und Onno fühlte sich von Max verstanden, weil seine aggressive Ironie nicht wie sonst auf Widerstand gestoßen war, sondern aufgefangen wurde von einem Lachen, das etwas Unverletzliches hatte."

Max selbst ist nicht weniger schlagfertig. Auf die Frage, was früher sei - Huhn oder Ei - gibt er die jahrhundertelang ersehnte Antwort: "Ein Huhn ist das Mittel, mit dem ein Ei das andere hervorbringt". Und so passen Max und Onno zusammen wie Pest und Schwefel. Schließlich begegnen sie der Cembalistin Ada Brons, zu der Max sofort eine sehr große Zuneigung verspürt. Längere Zeit leben sie zusammen, trennen sich allerdings ebenso schnell wieder voneinander. Als Max, der seine Herkunft verarbeiten will, mehrere Wochen nach Polen fährt, wo seine Mutter in Oswiecim (Auschwitz) umgebracht wurde, nachdem sie von seinem Vater, einem NSDAP-Funktionär ans Messer geliefert wurde, kommen sich Onno und Ada näher. Schließlich zieht Ada bei ihm ein. Nach seiner Ankunft in Amsterdam begleiten Max und Onno Ada auf eine Konzertreise nach Kuba. Dort wird sie schwanger. Es ist nicht völlig klar, wer der Vater ist. Ein tragischer Unfall mitten in der Schwangerschaft läßt Ada in ein tiefes Koma fallen, gefährdet allerdings die Schwangerschaft nicht. Geboren wird Quinten, ein gesunder bildschöner Junge. Die Szenen seiner Kindheit sind manchmal etwas langatmig und erinnern passagenweise an Thomas Manns "Dr. Faustus". Das Faust-Motiv kommt auch an anderen Stellen wie in einer Sinfonie einige Male zum Vorschein.

Quintens Kindheit verläuft anders als die anderer Kinder. Es ist klar, daß er der Auserwählte ist, von dem im Prolog die Rede gewesen ist. Es folgen tragische Szenen, die Max zu der Überzeugung kommen lassen: "Ein Unglück kommt selten allein, lautet das unausstehliche Sprichwort; aber seit er sich den Fünfzig näherte, fing er langsam an zu begreifen, daß Klischees einfach Wahrheiten waren."


Goethe+Nitzsche=Mulisch?!
Die Entdeckung des Himmels - ein Buch, wie es besser nicht sein könnte. Ich hatte das Gefühl, der Autor hat die klassischen Meisterwerke von Goethes "Faust" bis Nitzsches "Also sprach Zarathustra" zu einem neuen, modernen und hoch philosophischen Roman vereint. An diesem Buch begeistert einfach alles. Die Charakterisierung seiner Romanfiguren ist Harry Mulisch großartig gelungen. Noch nie war es für mich so spannend, schlichten Dialogen zu folgen!!! Und dann erst die Story... Es wäre ein Verbrechen auch nur ein einziges Detail zu verraten. Das Buch ist wie ein Puzzle. Nein - besser wie ein Mosaik, denn Puzzles sind, meiner Meinung nach, keine Kunst. Und dieses Buch hier ist wirklich Kunst! Am Anfang liest man es und denkt man steht in einem Scherbenhaufen. Man erkennt nur allmählich die wahre Geschichte. Das macht das Buch irre spannend! Aber noch beeindruckender ist die Präzision, mit der der Autor jedes noch so winzige Detail beschreibt. Ob es nun geschichtliche, astronomische, architektonische, religiöse oder künstlerische Dinge sind, mit denen sich die Charaktere befassen, nichts ist falsch erklärt oder gar erfunden. Ich interessierte mich auf einmal für Architektur, obwohl ich das früher furchtbar langweilig fand. Also noch einmal: Das Buch ist ein wahres Meisterwerk, daß den Leser-Horizont ungemein erweitert und einen bis zum allerletzten Wort fesselt!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


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