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Tiger fressen keine Yogis: Stories von unterwegs

Tiger fressen keine Yogis: Stories von unterwegs
von Helge Timmerberg
Piper
2010-04

Taschenbuch
256 Seiten
ISBN: 3492240593




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Einmal um die Erde rum - aber tiefschuerfend
Es ist sehr schwer, Helge Timmerbergs Schreiben einzuordnen. Soll man ihn, der auch Reportagen für den SPIEGEL schrieb, vergleichen mit Hellmuth Karasek? Nein, beileibe nicht so naiv-harmlos, so pointenlos zähschleimig im Formulieren. Dann vergleichbar mit Henryk M. Broder? Nein, beruhigenderweise, buddhistischerweise nicht so voller wutschnaubender, unerbittlicher Kampfeslust. Dann vergleichbar mit der preisgekrönten SPIEGEL-Autorin Marie-Luise Scherer? Nein, nicht mit so einem bitteren, larmoyanten Unterton. Ist er also fröhlicher, so wie Roger Willemsen? Bestimmt, aber er ist mehr herumgekommen. Schreibt er locker-leicht wie die Nachwuchsautorin Else Buschheuer, die mit diesem Tunichtgut und Performancekünstler Schlingensief befreundet ist? Soziologische Nähe ist bestimmt eher vorhanden als zu Karasek, aber Helge Timmerberg ist ganz real enorm herumgekommen: Indien, Israel, Afrika, selbst die Spanienberichte sind so realistisch ins Milieu gekrochen, dass sie nicht mehr zu der uns Bürgern bekannten Welt zu gehören scheinen. Schreibt (und lebt) er wie der Drogenpapst Aldous Huxley? Dafür hat er immer noch zu viel nüchternen Verstand in seiner hinteren Zimmerecke verwahrt. Jetzt weiß ich, womit ich ihn vergleichen kann. Mit Arthus-Bertrand. Das ist zwar kein Schriftsteller, sondern ein den Globus ständig umjagender Luftbild-Fotograf, aber gemeinsam ist: sie haben alles gesehen. Der Unterschied: Timmerberg steckte zuweilen bis zur Halskrause in den Milieus, die Distanz eines stratosphärennah arbeitenden, hochtechnisierten Lichtbildners konnte er selten erklettern. Aber der Leser kann es! Wenn er nämlich über jene Jahrzehnte umfassende Reportagensammlung von Timmerberg hinwegsaust, ohne zu tief hineinzugleiten ... ein Lesegenuss ist es dann auf jeden Fall - auch wenn man nicht wie Helge Timmerberg ausgerechnet den Landweg von Istanbul bis Kalkutta höchstselbst nachfahren will. (Autor/in)


Faszinierend - Ein Buch wie ein Schwarzesloch
Sobald man das Buch aufschlägt wird man reingesaugt bis man die letzte Seite gelesen hat, und dann will man wieder von vorne beginnen - hab es mittlerweile schon 3mal gelesen und bin überrascht das ich immerwieder neue Lieblingstellen finde, das Buch ist meine persönliche Psychotherapie, wenn ich könnte würde ich ihm 6Sterne geben (Autor/in)


Danke Helge!
Ich schlug dieses Buch auf und begann zu lesen. Als es am Anfang noch etwas dahin plätschert, merke ich nicht, dass ich das Buch schon nicht mehr aus der Hand legen kann.
Später im Buch lese ich dann auch warum: Dieser gewisse Herr Helge Timmerberg hat gelebt, daraus gelernt und ist in der Lage einem dieses näher zu bringen auf eine Art und Weise die sehr viel Spaß macht. Sein Text über Kokain ist der beste den ich je zu diesem Thema gelesen habe. Seine Geschichte zu Prozac (Fluctin) hätte ich nicht erwartet und genauso überraschend schlug sie mit voller Wucht ein.

Ich möchte jedem der sich auf einer Reise befindet, ob nach Kolumbien, Bayern oder zu sich selbst, dieses Buch empfehlen.
Helge Timmerberg ist euer Guru, Yogi, Ver- und Entführer.

Danke das ich dieses Buch in die Hände gekriegt habe!


schmunzeln lächeln lachen das leben nicht so ernst nehmen
ich habe das buch auf einer lesung von MATHIEU CARRIERE gehört. es war ein wunderschöner abend mit diesem buch. man sollte das leben nicht so ernst nehmen und die welt auch nicht. lesen und abtauchen. schmunzeln und für einen abend alles vergessen, und vielleicht etwas dazulernen.


Geld zurück
Dieser Roman ist der schlechteste den ich jemals gelesen habe und ich lese ziemlich viel. Nach der ersten Hälfte habe ich das Buch in den Abfalleimern geworfen, und dieser Schriftsteller soll Reporter sein, bei diesem Humor lacht wahrscheinlich nur einer, wahrscheinlich der Schriftsteller selbst, über die Leute die sein Buch kaufen. Schade dass man sein Geld nicht zurückerstattet bekommt, war ein Produkt so schlecht ist. (Autor/in)


Gute Unterhaltung
Die zahlreichen Stories die Helge Timmerberg hier zum Besten gibt und die zum Großteil aus dem nahen und fernen Osten, aber auch aus Südamerika und Europa stammen, haben einen hohen Unterhaltungswert.

In recht skurilen Stil schreibt der Autor hier und es ist ihm teils nicht leicht zu folgen. Manchmal muss man aufgrund der hohen Informationsdichte einen Satz schon 2mal lesen, damit man dessen Inhalt auch versteht. Aber so wird es nicht langweilig und man hat zwangsläufig mehr von dem Buch. Dennoch liest es sich flüssig und der Stil passt zu den kuriosen Geschichten, die vom Leben eines abgerissenen Reisejournalisten erzählen, der kein Risiko scheut, keine Droge und keine Bettgeschichte auslässt.

Trotzdem hat das Buch einen gewissen Bildungswert, denn es enthält auch viel interessante Informationen, die man während dem Lesen aufschnappt, z.B. zu fremden Religionen und natürlich auch zu den politischen & gesellschaftlichen Hintergründen, die während der Geschichten eine Rolle gespielt haben.

So kann man die Lektüre all jenen empfehlen, die auf gute Unterhaltung mit Anspruch aber ohne Tabus Wert legen. (Autor/in)


Überflüssig wie ein Kropf

AUTOR: "Ziemlich hohler, eitler, aber von sich selbst grenzenlos begeisterter Loser" könnte man denken, wenn man den für das 2004 veröffentlichte Büchlein etwas zu gut erhaltenen (damals 52-jährigen!) Spät-Beatnik auf dem Patina-Titel betrachtet. Man kann sich aber durchaus vorstellen, dass es sich um das Einzelkind einer Autobahn-Kellnerin und eines Fernfahrers handelt, einen schlechten Schüler, dem sein Vater durch ein Verhältnis mit der Rektorin gerade noch eine mittlere Reife besorgen konnte.

Aber nein - alles falsch: In Wirklichkeit haben wir den besten Gegenwartsautor deutscher Sprache vor uns - stellt Sibylle Berg in Bild-Lettern auf der Buchrückseite fest. Nun kennen Sie vielleicht weder Sibylle noch Helge - zumindest nicht diesen "Helge". Seien Sie nicht so sicher!

Vielleicht lesen Sie nämlich "Illustrierten" - natürlich nur beim Frisör. Da gibt es die elitäre für Intellektuelle mit einem IQ bis 100, die noch knifflige 13-Wort-Sätze verwendet. Dann gibt es die abgestorbene Quick und ein leider noch nicht abgestorbenes Sammelsurium von Blättern wie Prinz, Wiener, Merian, Tempo, Bunte, SZ-Magazin und die Schweizer Illustrierte. Wenn Sie nicht nur die Fotos angeschaut haben, kennen Sie vielleicht schon die ein- oder andere kurze, aber drogentriefende "literarische Großleistung" (hohoho!) im militärisch knappen 7-Worte-Rhythmus, die in dieser Geschichtensammlung wieder mal abgedruckt wurde.

INHALT: Was erfahren wir über die Welt des Helge Timmerberg? In der Titel-Story berichtet er von einer Levitation, mit der er sich dem Speiseplan eines auf Armlänge genahten Tigers entzieht. Sowas interessiert natürlich. Genauso wie Illustrierten-Promis (sic!), mit denen sich H.T. mal im gleichen Lokal aufgehalten hat. Wir bekommen noch einmal alte Witze erzählt, an die man sich gerne erinnert. Wir nehmen an einem Jodel-Kursus teil - manche Stories sind sogar glaubwürdig! Aber ich möchte hier nicht alles verraten...

FAZIT: Seit Simmel wissen wir, dass Illustrierten-Reporter viel konsumieren, um ihre überhöhten Tantiemen wieder dem Markt zuzuführen. Die zahlreichen Drogenreports von Kokain bis Viagra waren für mich, der ich mich da nie rantraute, durchaus von Interesse. Aber wissen Sie was? Ich glaubte im letzten Drittel des Buches diesem aufgeblasenen Geschwätz kein Wort mehr - schon gar keine Erfahrung.

BEWERTUNG: "hohl und öd" (2 Sterne) (Rev. 264, 17.8.2010, aMZ 100%)

(Autor/in)


von alten Sehnsüchten, Fernweh, Rastlosigkeit und Exotik


"Heute ist nicht mehr die Zeit der großen Reisenden, die noch etwas zu entdecken glaubten, und
die es auch entdeckten. Damals gab es einen Einsatz und auch ein Ergebnis; und es gab Abenteuer,
Unbekanntes." (Baudrillard 1996)

Wer glaubt, dass dies zutrifft, kennt Helge Timmerbergs "Tiger fressen keine Yogis" noch nicht. Der Autor nimmt seine Leser mit auf faszinierende und vor allem unterhaltsame Reisen an zahlreiche spannende, bekannte und auch unbekannte Orte dieser Welt. Auch für jene, die die beschriebenen Orte zu kennen glauben, bietet das Buch mehr als nur eine Erinnerungsreise. Helge Timmerberg lässt die Leser staunen, schmunzeln und lachen.
Er lässt sie die Orte durch seine Augen sehen, bringt sie zum Nachdenken und zeigt, dass Reisen auch noch anders geht als mit Pauschal- und All-inclusive-Angeboten. Auf seine Art und Weise, die zwar nicht unbedingt für jedermann zum Nachahmen ist, aber als Lektüre auf jeden Fall Kult! (Autor/in)


Ein Männerbuch...
Eines ist wohl unzweifelhaft: Timmerberg kann schreiben. Getrübt wird das Lesevergnügen dadurch, dass der Autor sich selbst oft allzu klischeehaft inszeniert: Als "echten Kerl", der sich mit allen Arten von Drogen bestens auskennt, ja sogar fachmännische Vergleiche ihrer Wirkungen anstellt - was wohl weltmännisch und cool wirken soll. Auch die Schilderungen der erotischen Abenteuer auf jedem Kontinent richten sich eher an männliche Leser - für Leserinnen ist das pseudo-gefühlige Sexprotz-Gehabe nicht ganz so beeindruckend, sondern nervt etwas. Am Ende der Lektüre bleibt das Gefühl, dass hier jemand allzu sehr bemüht ist, dem selbst kreierten Bild vom coolen Draufgänger, der nichts auslässt, zu entsprechen. Ein Buch für Verwaltungsfachangestellte oder Finanzbeamte, die mal vom "wilden Leben" träumen möchten. (Autor/in)


Mischung aus Kafka und Simmel:komisch,intim,weltgewandt
Ein Buch wie eine Flasche Champanger. Einmal geöffnet,geht die Post ab.Ins Reich der Sinne, in die Wüste, ins Edelrestaurant, auf den Basar und immer wieder nach Indien.Ein Buch, wie ein Jungbrunnen. Ich steige ein, bade, genieße und lege es weg, mit dem Gefühl, ein Geschenk bekommen zu haben, obwohl ich es geklaut habe.Ein deutscher Kiplin.Ein neuer Mark Twain,unser Hunter S. Thompson.


immer schräg - mal schrill - mal leise - immer witzig
Helge Timmerberg hat ein Buch geschrieben, dass ich am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Viele kurze wilde Stories berichten von seinen verschiedenen oft kuriosen Reisen.Ob alles authentisch ist ? Wer weiß das schon? Aber wie heißt es so schön auf dem Klappentext. "So hätte es kommen können!".
Eins jedenfalls ist sicher. Keine seiner Reportagen ist langweilig. Helge Timmerberg schafft, es seinen Lesern ein so echtes Gefühl für die jeweilige Situation zu vermitteln, dass es mir vor kam als hätte ich die Menschen selbst kennengelernt. Er schreibt mit so viel Witz und Ironie,-einfach klasse. Außerdem ist mir positiv aufgefallen das nirgendwo im Buch auch nur ein bisschen "interlektuelle Bewertung" oder "westliche Überlegenheit" rüberkommt. Timmerberg nimmt die Menschen, dennen er auf seinen Reisen begegnet, wie sie sind und zeichnet ein - nicht immer liebevolles - aber immer lebendiges (!!!) Bild von ihnen.
Mein absoluter Geheimtipp. Für dieses Buch müsste viel mehr Werbung gemacht werden.


Helge Timmerberg ist ganz enorm viel herumgekommen
Es ist sehr schwer, Helge Timmerbergs Schreiben einzuordnen. Soll man ihn, der auch Reportagen für den SPIEGEL schrieb, vergleichen mit Hellmuth Karasek? Nein, beileibe nicht so naiv-harmlos, so pointenlos zähschleimig im Formulieren. Dann vergleichbar mit Henryk M. Broder? Nein, beruhigenderweise, buddhistischerweise nicht so voller wutschnaubender, unerbittlicher Kampfeslust. Dann vergleichbar mit der preisgekrönten SPIEGEL-Autorin Marie-Luise Scherer? Nein, nicht mit so einem bitteren, larmoyanten Unterton. Ist er also fröhlicher, so wie Roger Willemsen? Bestimmt, aber er ist mehr herumgekommen. Schreibt er locker-leicht wie die Nachwuchsautorin Else Buschheuer, die mit diesem Tunichtgut und Performancekünstler Schlingensief befreundet ist? Soziologische Nähe ist bestimmt eher vorhanden als zu Karasek, aber Helge Timmerberg ist ganz real enorm herumgekommen: Indien, Israel, Afrika, selbst die Spanienberichte sind so realistisch ins Milieu gekrochen, dass sie nicht mehr zu der uns Bürgern bekannten Welt zu gehören scheinen. Schreibt (und lebt) er wie der Drogenpapst Aldous Huxley? Dafür hat er immer noch zu viel nüchternen Verstand in seiner hinteren Zimmerecke verwahrt. Jetzt weiß ich, womit ich ihn vergleichen kann. Mit Arthus-Bertrand. Das ist zwar kein Schriftsteller, sondern ein den Globus ständig umjagender Luftbild-Fotograf, aber gemeinsam ist: sie haben alles gesehen. Der Unterschied: Timmerberg steckte zuweilen bis zur Halskrause in den Milieus, die Distanz eines stratosphärennah arbeitenden, hochtechnisierten Lichtbildners konnte er selten erklettern. Aber der Leser kann es! Wenn er nämlich über jene Jahrzehnte umfassende Reportagensammlung von Timmerberg hinwegsaust, ohne zu tief hineinzugleiten ... ein Lesegenuss ist es dann auf jeden Fall - auch wenn man nicht wie er ausgerechnet den Landweg von Istanbul bis Kalkutta höchstselbst nachfahren will. (Autor/in)


Schnell und stimmungsvoll
Ein Buch um ganz rauszugehen aus dem Alltag. Unterwegs mit Humor, Fantasie, Überhöhung, Sex und auch Herz.


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