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Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels

Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels
von Paul Watzlawick, John H. Weakland und Richard Fisch
Huber, Bern
2001

Taschenbuch
198 Seiten
ISBN: 3456835663




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...und was für Lösungen!
Mehr noch als die anderen Bücher Watzlawicks vermittelt mir dieses ein Gefühl, das ich eigentlich nur bei einer Traumreise erwarten würde: Ich weiß nicht genau, wohin sie mich führt, deshalb ist jede Ankunft eine Überraschung; ich kann nicht sagen, wie lange ich dort bleibe, und deshalb genieße ich den Aufenthalt in vollen Zügen; wer weiß, was es noch alles zu genießen gibt, deshalb tauche ich gerne ins nächste Vergnügen ab, wer will schon verzichten; und wohin immer ich geführt werde, was immer es an Vergnügungen zu genießen gibt, ich fühle eine sanfte, heimliche Geborgenheit, eine Führung, die ich gerne annehme, die mir gut tut.

Was soll mir schon passieren in der Gesellschaft dieses Meisters der Worte, der vielschichtigen Strukturen, der verschlungenen Verknüpfungen? Nicht im Traum würde mir einfallen aus einer Reise auszusteigen, an der ich teilnehme wie ein blinder Passagier, nicht wissend, ob überhaupt und wo ich jemals zugestiegen bin, nicht ahnend, welches Verkehrsmittel ich gerade benütze, ohne Anhaltspunkt über die Geschwindigkeit, mit der ich mich bewege, noch über den Ort, an dem ich gerade bin. Und doch beschert sie mir so viele Bilder, vermittelt mir so viele Einsichten.

Sei es in der ersten Hälfte dieses Buches, in der Watzlawick mögliche Erklärungen für das Unerklärbare anbietet. Wie und nach welchen Regeln sich Probleme wandeln, deren Verlauf immer wieder an die gleichen Stellen zurückführt, ohne dafür denselben Weg zu nehmen - er schreibt darüber von praktischen und theoretischen Perspektiven, als ob es selbstverständlich wäre, dass manches umso gleicher bleibt, je mehr es sich ändert. Wie die Welten aussehen, in denen Probleme entstehen, die in ihren Ursachen unerklärlich sind und doch eine Anhänglichkeit zeigen, die uns manchmal zu Verfolgten unser selbst macht.

Oder in der zweiten Hälfte, in der er endlich Lösungen vorführt - und was für Lösungen! Mit immer wieder verblüffendem Scharfsinn, neuen Ideen und mühelosem Elan zeigt er, wie Gordische Knoten serienweise gelöst werden können, nicht bloß durchtrennt. Wie er Widerstände gegen sich selbst richtet, sodass die Probleme gleichsam an sich selbst scheitern und sich einfach so auflösen. Wittgenstein sagt, dass man die Problemlösung daran erkennen kann, dass sich das Problem auflöst. Nach dem Schlusspunkt des Philosophen kommt Watzlawick und zeigt, wie es geht. Und führt schließlich seine Technik dort an den Gipfel, wo von ihm und der Kundin im Grunde gar nichts mehr geändert wird, wo auch die Verhaltensverschreibung nicht mehr ausgeführt wird, und wo doch kein Stein auf dem anderen bleibt und am Ende alles ganz anders ist.

Und das alles in einer Sprache, die unzählige Sprachen ist, aus der sich jeder nehmen darf, was er nehmen kann, aus der LeserInnen Nutzen ziehen, auch wenn sie nur einen Teil davon verstehen. Klar - es geht auch ohne Gruppentheorie und Typenlehre und anderen Buzzwords, aber ?für Typen wie uns" spricht er eben so und für andere anders, wie er auf Seite 152 augenzwinkernd anmerkt. An diesem Problem wird das Problemlösen dieses Autors nicht scheitern...

Ein Watzlawick-Klassiker, wie er im Buch steht. In der 6. Auflage immer noch und zu Recht unverändert. Selten, aber manchmal eben doch, ist es gut, wenn etwas bleibt wie es ist. Damit alles anders werden kann. (Autor/in)


Tolles Buch zu zwischenmenschlichen Problemen
Watzlawick spricht hier vor allem anhand vieler Beispiele immer von
Problemen/Schwierigkeiten 1ter Ordnung und 2ter Ordnung.

Probleme 1ter Ordnung ( "mir ist kalt" ) kann man meist nach dem "mehr von bisherigen" Prinzip lösen ( "einheizen" ).

Probleme 2te Ordnung brauchen aber meist eine auf dem ersten Blick irrationale Lösung ( "mein Eltern behandeln mich immer noch wie ein kleines Kind" - hier hilft es nicht sich "erwachsen" zu zeigen, sondern die (Vor) urteile der Eltern nur noch mehr zu bekräftigen -> erst dadurch kann aus dem üblichen Schema ausgebrochen werden und eine Lösung herbeigeführt werden ... ) (Autor/in)


Menschliche Beziehungen und ihre Probleme - Lösungen und Unlösbarkeiten
"Kühner, als das Unbekannte zu erforschen,
kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln."
(Alexander von Humboldt, 1769-1859)

Wenn ein Buch in der 7. UNVERÄNDERTEN Auflage erscheint, hat es etwas zu sagen. Paul Watzlawick, der Meister der Kommunikation, sagt damit etwas über den Wandel aus, zumindest indirekt. Die Entstehung und die Lösung menschlicher Probleme zeigt sich daher eher im Zusammenspiel von Menschen als in der Ausprägung einzelner. Wie das Ganze mehr ist, als die Summe der Teile, ist auch die Eigenschaftsmenge zwischen Beziehungspartnern mehr und andersartiger, als die Summe der Eigenschaften jedes einzelnen. Im Grunde verweist Watzlawick auf die Pathologien ZWISCHEN Menschen, die genau dort entstehen und nicht mehr in den individuellen Seelen allein. Wenn man sich mit den Eigenschaften des Einzelnen befasst und diese aus einer pathologischen Ecke in eine gesunde hinüberführen möchte, wird man feststellen, dass die Absicht zum Guten als Lösung das eigentliche Problem darstellt. Daher ist die Beziehung zu sich aus der Sicht auf das Individuale herauszuholen und in die systemische Betrachtung zu überführen. Wenn Psychotherapie die Erhellung des Unveränderlichen aus der Vergangenheit in den Fokus stellt, ist sie vielleicht in der Bewältigung der Gegenwart zur Gestaltung einer guten Zukunft zu langwierig. Wichtig im systemischen Ansatz ist, zu wissen, dass Verhalten einer Änderung bedarf, um zu einer Lösung zu kommen. Die Frage, ob diese Veränderungen nur vorübergehenden oder aber dauerhaften Charakter haben können, ist auch eine Frage, ob Veränderungen einen nachhaltigen Wandel erzeugen. Vielleicht liegt hierin das Verständnis für die Bedeutung menschlichen Verhaltens.

Wenn wir das deutsche Sprichwort: "Nichts ist so beständig wie der Wandel" mit dem französischen vergleichen: "Plus ca change, plus c'est la meme chose", sehen wir die Differenz der Kulturen. Die Franzosen werden es nicht nur als Bonmot erleben, sondern die Beziehung zwischen Bestand und Wandel als merkwürdig und paradox ansehen. Was bewirkt die Veränderung, wenn sie den Bestand festigt? Diese Frage ist tautologisch. Und doch wird man feststellen, dass es die Utopien sind, die den Bestand halten, weil das Unerreichbare angestrebt wird, um das Mögliche aus dem Blick zu werfen.

Vielleicht hilft es der Beziehung zwischen Menschen, nicht mehr das Unmögliche für möglich zu halten. Nicht den Wert, der auf Kompromissen beruht, aus selbigen Grund als Unwert zu sehen. Thomas Morus Utopia war der Auslöser einer mannigfaltigen Ideenvielfalt über die Art und Weise menschlichen Zusammenlebens. Die gesellschaftlichen Auswirkungen moderner Utopien sind demnach die ihnen eigenen Pathologien. Die Folgen von Utopien verschärfen im Grunde den Zustand, der gelöst werden soll. Verschärft wird jedoch auch das menschliche Verhalten, wenn jemand von sich annimmt, eine "endgültige und allumfassende Lösung zu haben". Ist jemand entsprechend dieser Annahme in Selbstsicherheit verfallen, wird er diese seine Ansicht durchsetzen wollen. Denn wollte er es nicht, verleugnete er sein Selbst. Dieses Utopie-Syndrom, wie Watzlawick es nennt, ist der Herd von Konflikten im Menschen selbst, und zwar in der verschärften Form. Denn eine utopische Willensbekundung führt zum Misslingen und in Folge zum Selbstvorwurf der Unzulänglichkeit. Ein Leben in vorgestellter Tiefe und Weite verkommt in der utopischen Unerreichbarkeit zur Banalität und Langeweile, letztendlich im Ergebnis zur Entfremdung.

Nun könnte man Stevensons Motto folgen (It is better to travel hopefully, than to arrive), um mit einem gewissen Charme all sein Tun zu genießen, ohne auf das Ziel zu achten. Mit der Annahme, eine lange Reise braucht eine lange Vorbereitung, verfängt man sich in diesen Wirren und verpasst den Beginn. So bleibt es immer bei dem Wilde oder Shaw zugeschrieben Aphorismus: "Im Leben gibt es zwei Tragödien. Die eine ist die Nichterfüllung eines Herzenswunsches. Die andere ist seine Erfüllung." Sicher ist, dass Oscar Wilde die letztere für die wahre Tragödie hielt.

Hauptanliegen von Watzlawick ist es, Entstehung und Lösung von Problemen nicht nur klinisch zu betrachten, sondern auf menschliche Interaktionen auszuweiten. Diese sind im gesellschaftlichen Kontext zu betrachten und in ihrer Komplexität zu bewerten. Aber es wäre nicht Watzlawick, wenn nicht am Ende die Vermutung gilt, dass die Wirklichkeit auch anders sein kann.

Ein spannendes, lehrreiches Buch zur Verbesserung der Kommunikation durch Erkenntnis, dass auch eine gedachte Lösung ein Problem verschärft, wenn nicht der systemische Ansatz gewählt wird. Interessant ist, das eine unveränderte 7. Auflage immer noch für die Veränderung in Theorie und Praxis steht. So kann man festhalten, dass "die Menschheit einem Mann gleicht, den ein unheimlicher Wande[r]ltrieb vorwärts führt, für den es keine Rückkehr gibt und kein Erreichen" (Robert Musil). (Autor/in)


Es gibt nur ein sicheres Wissen für den Menschen : "Nichts ist so beständig wie der Wandel"
Wer bereits Watzlawick Anleitung zum Unglücklichsein gelesen hat findet hier einige Gedanken wieder, diese werden nun etwas ausführlicher und auch aus einem etwas anderen Blickwinkel erklärt. Auf verschiedenen Ebenen und sehr systemisch betrachtet er in diesem Buch den Wandel und die Kommunikation der Menschen. Er greift sich typische Situationen in der Partnerschaft, in der Familie und in der Gesellschaft heraus und zeigt so, z.B. an einem plastischen Beispiel (der Leser soll neun Punkte mit vier Linien in einem Zug verbinden), dass man in gewissen Situationen eine logische Lösung nicht finden kann. Denn wenn man anfängt sich mit dem eigentlichen Lösungsansatz zu beschäftigen, hat man sich damit bereits in eine unlösbare Falle begeben. Watzlawick erläutert dem Leser wie wichtig dann ein anderer Blickwinkel ist. Er zeigt dem Leser wie man erkennt welches Verhalten einer wirklichen Änderung bedarf und wie man dann auch zu einer Lösung und damit zu einer Wandlung kommen kann.
Die Theorie "Den Kopf einfach in den Sand zu stecken" (bzw. keinerlei Veränderung im eigenen Leben zuzulassen), wird von ihm analysiert und ihre Gefahr und Wirkungslosigkeit gezeigt. Aber auch die entgegengesetzte Position "Das Unmögliche für möglich und durchsetzbar zu halten" wird beleuchtet in seiner oft auch verhängnisvollen Auswirkungen auf den Menschen und sein Umfeld. Diese verschiedenen Utopie-Syndrome versperren dem Menschen, der sich so verhält, oft eine freie Entwicklung und führen teilweise dadurch auch zu krankhaften Zuständen oder auch starken Frustration. Watzlawick greift bei seinen Betrachtungen und Lösungsvorschlägen sowohl auf die Gedanken der antiken und modernen Philosophen und auf die östliche Philosophie zurück, um dem Menschen den Weg aus dem Glas zu zeigen.
Teilweise sind seine Gedanken etwas zu abstrakt aber möglicherweise kann man den Unsinn der täglichen Handlungstränge und Verhaltensmuster so besser aufdecken.

Einige schöne Zitate aus dem Buch:

"Kühner, als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln." Alexander von Humboldt

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"Erst wirbeln wir den Staub auf und behaupten dann, daß wir nichts sehen können." Berkeley

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"Wir streben nach dem Unerreichbaren und verhindern so die Verwirklichung des Möglichen." Robert Ardrey

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Und zum Schluß noch die schönste Paradoxie: "Alle Kreter sind Lügner." Epimenides aus Kreta

(Autor/in)


Lösungen - warum manche funktionieren und andere nicht
Jeder muss beruflich oder privat Lösungen zur Veränderung einer Situation herbeiführen, sei es als Projektmanager oder als "Helfer" für einen guten Freund. Was bedeutet aber eigentlich Wandel und Veränderung? Gibt es DEN Wandel? Welche Mechanismen werden von Menschen zur Problemlösung angewendet, gibt es ein Standardvorgehen? Und warum führen manche Lösungsversuche scheinbar erst wirkliche Probleme herbei statt sie zu lösen?

Das sind Fragen, denen die Palo Alto Forschungsgruppe um Paul Watzlawick nachgegangen ist. Aus theoretischen Grundlagen und klinischer Praxis haben sie mit Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels ein Werk erstellt, das Einblick in grundlegende Mechanismen von Problemlösung und Veränderung gibt. Vor allem wird erklärt, warum manche Lösungen zielsicher in einen Teufelskreis führen, während andere scheinbar "verrückte" und "unlogische" Vorgehensweisen das zugrunde liegende Problem auf magische Weise verschwinden lassen. Die Analyse und Unterscheidung der Arten des Wandels und besonders die Bedeutung und Herbeiführung des sog. "Wandels 2. Ordnung" sind Kernthemen des Buches.

Das Buch möchte trotz des etwas unsanften Starts mit der Gruppentheorie (der zwar interessante Parallelen zum mathematischen Konstrukt aufzeigt, zum Verständnis aber nicht unbedingt notwendig ist) kein trockenes Lehrbuch sein. Im Gegensatz zur verbreiteten "Ratgeberliteratur" sind die Autoren weltweit anerkannte Wissenschaftler und erreichen trotzdem eine flüssige Lesbarkeit auch für den Laien über lockere Geschichten, Anmerkungen und einen größtenteils bodenständigen Schreibstil. Unglücklicherweise leidet die Übersichtlichkeit etwas - man verliert ab und zu den Faden und fragt sich, in welchem Zusammenhang die aktuellen Aussagen eigentlich stehen sollen, manche Dinge werden wiederholt etc. Obwohl das Buch einfacher zu verstehen ist als das ebenfalls populäre Werk Menschliche Kommunikation, empfiehlt sich für echtes Verständnis ein zweimaliges Lesen - eben keine Standard-Ratgeberliteratur, dafür aber auch einen Stern weniger trotz der hervorragenden Inhalte.

(Autor/in)


Guter Überblick
Das Buch zeigt einen guten Überblick über das Denken der Gruppe von Palo Alto und Paul Watzlawick, der von dieser Institution doch wesentlich geprägt wurde. Spätere Aufsätze und Arbeiten von Paul Watzlawick führen immer wieder einzelne Aspekte aus, geben aber nie wieder einen solchen Überblick. Auch ein späterer Versuch einiger Mitglieder der Gruppe, die hier dargestellten Methoden genauer darzustellen, ist in meinen Augen fehlgeschlagen("Strategien der Veränderung")

Zugegebenermassen haben mich viele Stellen stark verwirrt. So werden etwa zu Anfang einige Aspekte von Gruppentheorie und Typenlehre als Gleichnis für menschliches Verhalten genommen. Innerhalb des Buchs wird immer wieder auf die Regeln dieser mathematischen Klassen zurück gegriffen, um Sachverhalte zu erklären.

Ich konnte dennoch viel dadurch mitnehmen, dass ich nicht versuchte, alles bis ins letzte Detail nach zu vollziehen und zu verstehen. Bei dem Buch handelt es sich übrigens um den Nachfolger des Buchs "Menschliche Kommunikation - Formen, Störungen, Paradoxien". Aus kennen die meisten, die in die psychologische Richtung oder verwandte Gebiete lernen, zumindest die 5 Axiome der Kommunikation. (Autor/in)


Eine Bereicherung bei der Lösungssuche!
Ich habe dieses Buch in einer Situation gelesen, die mir damals wirklich ein wenig verfahren schien. Nach dem Lesen des Buches habe ich eine andere Position eingenommen - und es ging wirklich weiter, anstatt zu stagnieren. Ein Problem könnte der theoretische Teil des Buches darstellen - es ist für Fachleute geschrieben, die sich mit Kurztherapien befassen. Dennoch ist dieser Teil mit etwas Konzentration auch Laien wie mir zugänglich. Mir gefällt der Vergleich von zwischenmenschlichen Problemen mit denen in der Mathematik und in anderen Bereichen - allein dadurch erhält man eine Sichtweise, die sich durch die gewonnene Distanz verändert. Eine erhellende Lektüre, die sich lohnt - und wer schon etwas anderers von P. Watzlawick gelesen hat, ahnt dies schon.


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