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Gomorrha: Reise in das Reich der Camorra

Gomorrha: Reise in das Reich der Camorra
von Roberto Saviano
Deutscher Taschenbuch Verlag
2009-02-01

Taschenbuch
368 Seiten
ISBN: 3423345292




Kommentare und Bewertungen:
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Spannend & bedrückend
Ein extrem spannendes Sachbuch. Ein großes Lob für den Mut des Autors! Ein Punkt Abzug für: a) gewisse Längen (3 Seiten Spitznamen sind einfach 2 1/2 Seiten zuviel, Namen zu nennen, ist wichtig, aber manchmal sieht man vor lauter Namen die Sterne1), b) weil ich einfach nicht alle Schilderungen glaube (ich kann mir nicht vorstellen, dass Saviano bei all den Ereignissen, die er schildert - etwa den Tod des Junkies usw., dabei gewesen ist; auch wenn er behauptet, die Mafia hätte in ihm nur ein Neutrum gesehen, irgendwann hätte er etwas abgekriegt, wenn er ständig vor Ort gewesen wäre) - da hat wohl auch die südländische Fabulierkunst eine Rolle gespielt.

Tolles Buch. (Autor/in)


Einer der die Wahrheit sprach.
Dadurch, das meine Frau Neapolitanerin ist und wir sehr viel Verwandschaft in und um Neapel haben, habe ich oft die Gelegenheit Zeit bei der Familie in der Stadt zu verbringen.Neapel hat Wunderschöne Seiten (Lungomare,poggioreale,Molo Beverello etc...), aber eben auch die Seiten von denen Saviano erzählt (Brennende Müllberge usw.)Ob die Geschichten die er erzählt alle absolut wahr sind können wohl nur die Beteiligten sagen.Aber allein der Mut der nötig ist um so ein Buch zu schreiben, hat 5 Sterne verdient.Jedem der sich für Italien ohne la dolce vita interessiert kann man dieses Buch nur empfehlen. (Autor/in)


Ein beeindruckendes Buch
Nicht erst durch den sechsfachen Mord unlängst in Duisburg hat dieses Buch seine Aktualität bekommen. In Italien schon seit langem ein Bestseller, erscheint jetzt die deutsche Übersetzung. Und punktgenau wird eben durch die Morde verdeutlicht, dass in Deutschland eben nicht nur Schutzgeld erpresst wird, sondern die Camorra ihr Netz bereits dicht gesponnen hat. Hier werden die Strukturen gezeigt, wie beispielsweise nach der Wende in den fünf neuen Ländern mit Investitionen Geldwäsche in ganz großem Stil vollzogen wurde und die Mafia mittlerweile ein wichtiges Standbein hierzulande errichtet haben. Und dass dies scheinbar ungeachtet der Öffentlichkeit und der Staatsorgane geschehen konnte.

Doch trotz der bestürzenden aktuellen Ereignisse ist das Mutterland der Camorra nach wie vor Italien. Was für einen Deutschen meist nur durch die TV-Serie Alleine gegen die Mafia" mit Commissario Corrado Cattani bekannt ist, wird hier mit den genauen Vorgehensweisen, den Taten und den Namen der Betroffenen und Drahtzieher ein wahres Gesicht gegeben. Ein gewisses Interesse und Kenntnisse der italienischen Innenpolitik und der wichtigen Köpfe sei jedoch angebracht, um manche Zusammenhänge besser verstehen zu können.

Obwohl es sich hierbei um ein Sachbuch handelt, ist es dennoch sehr flüssig zu lesen, ja bei mir kam fast so etwas wie Spannung auf.

Dass das Buch eine hohe Brisanz hat, eben weil es scheinbar lange unausgesprochene und unaussprechliche Wahrheiten ausspricht, zeigt nicht alleine die Tatsache, dass der Auto Robert Saviano auf der Todesliste steht und seit Jahren unter Polizeischutz steht.

Ein gutes Sachbuch, dass zu lesen lohnt. (Autor/in)


Der Pate im 21. Jahrhundert
Das Buch von Roberto Saviano zeigt den modernen Paten des 21. Jahrunderts: Zwar sind die Strukturen der Mafia die selben wie immer, doch in wie weit sie sich in Wirtschaft und Politik ausdehnen, ist die neue modernere Form. Die Gangster sind auch nicht mehr irgendwelche Schießwütigen sizilanischen Analphabeten, sondern Juristen und Wirtschaftsleute. Auch wenn noch immer auf einen Auftragsmord nicht verzichtet werden kann, hat diese neue Form der Kriminalität doch mehr Gewicht.

Es ist bestimmt kein Zufall dass man nach der Lektüre des Buches Pralellen in der richtigen Welt entdeckt. (Autor/in)


Interessant aber schlecht geschrieben
Das Buch ist an und für sich interessant, aber es hat keinen roten Faden und die einzelnen Teile sind oft ohne Zusammenhang. Es scheint als wurden wild mehrere Kurzgeschichten zusammengweürfelt. (Autor/in)


Die Camorra - ein weltweites Problem !
Roberto Saviano ist sicherlich vielen ein Begriff. Nach der Veroeffentlichung dieses Buches wurde er in Italien unter Polizeischutz gestellt. Man findet regelmaessig Artikel von ihm in Zeitungen und Zeitschriften, wo er sich zu der aktuellen Situation in Italien aeussert. Auf Berlusconi hat er sich richtig eingeschossen ...

Mir hat das Buch besonders in Bezug auf die derzeitige Situation in Mexico gefallen, wo ich nun seit 14 Jahren lebe. (Kampf gegen die Drogenmafia, Krieg der verschiedenen Kartelle gegeneinander etc.) Ich sehe viele Parallelen und es ist schon erschreckend zu begreifen wie direkt die Camorra in die Weltwirschaft eingebunden ist. Die Geschichten a la Capone gehoeren schon lange der Vergangenheit an. Es handelt sich hier inzwischen um erfolgreiche globale Unternehmen. Die Camorra hat sich an die globalen Gegebenheiten bestens angepasst. 10 Jahre bevor die italienischen Unternehmerverbaende ueberhaupt die ersten Verbindung nach China knuepften, war die Camorra schon vor Ort.

Das Buch strotzt nur so vor Daten, Namen und Ortschaften (ich musste einen Atlas zur Hilfe ziehen), Saviano versucht so faktentreu wie moeglich zu bleiben. Nichts desto trotz ist es auch literarisch ein sehr gelungenes Werk.

Das Buch bietet keinen historischen Optimismus... und das macht mit bezueglich der Situation in Mexico schon ein wenig Angst.

Zum Schluss ein Auszug, ueber das Schicksal einer Kindergaertnerin die einen Auftragsmoerder identifizierte und gegen ihn vor Gericht aussagte sie wurde danach komplett von ihrer Aussenwelt ignoriert, verlor Verlobten, Job etc.

Was das Handeln der Kindergaertnerin so anstoessig machte, war, dass sie es fuer selbverstaendlich, natuerlich und notwendig erachtete Zeugnis abzulegen. Wer eine solche Einstellung hat, glaubt noch an die Wahrheit. Aber in einem Land, wo das wahr ist, was Geld einbringt, und das eine Luege, was einem zum Verlierer macht, bleibt eine solche Entscheidung schlechterdings nicht nochvollziehbar. (Autor/in)


Italien und sein Müll
Ich möchte nicht sagen, dass das Buch schlecht geschrieben etc... wäre, aber "Reise in das Reich der Camorra" passt einfach nicht. Vielleicht eher "der Müll Italien's".
Also wer Fakten über das Müll-Problem Italiens haben möchte, wo der Müll landet etc.. oder was ich auch interessant fand, war wie billig die Modelwelt ihre Luxuskleider produziert, ist hier absolut richtig und sollte zugreifen. Also ich kann sagen, dass ich nicht mehr nach Italien fahre. Wer weiß was für Giftmüll unter meinem Hotel verbudelt liegt.
Aber wer denkt er würde hier Hintergrund recherchen bekommen, Einblicke wie die Gomorrha operiert etc... ist hier falsch. Hier wirft der Autor nur wild mit Namen von Bossen um sich und erzählt ein paar Zeitungsgeschichten. Mehr auch nicht. (Autor/in)


Polizeibericht meets Lesung aus dem neapolitanischen Telefonbuch
"Tagebuch, Bericht, Essay, Zeugnis, Reportage, Prosagedicht in einem" - so preist der Spiegel das Buch; und allgemein überschlagen sich die Pressestimmen vor Lobhudelei. Ich selbst würde wetten, dass maximal ein Viertel der Rezensenten dieses Machwerk zu Ende gelesen haben.

Was als packender Tatsachenbericht beginnt, entwickelt sich nämlich ganz fix zu einer unerträglichen Mixtur aus Faktenschlacht, Poesiealbumsprüchen und buchstäblich seitenlangen Aufzählungen von Personen und Schauplätzen. Selbst wenn die Namen für meine deutschen Ohren nicht fremd klängen: Ich könnte mir auch dreißig Müllers/Meiers/Schulzes/Ennepetals nicht merken.

Hätte das Buch ein Sachbuch werden sollen, wären Tabellen oder Diagramme sinnvoll gewesen.
Hätte das Buch ein Tatsachenroman werden sollen, wäre bildhaftere Schreibe angesagt gewesen.

Was es tatsächlich geworden ist, ist eine Zumutung für den Leser. Ein Vergehen, das deshalb umso schwerer wiegt, als das Thema selbst wirklich bedeutsam ist. (Autor/in)


Material für ein paar gute Reportagen, aber als Buch aufgepustet und reißerisch.
Roberto Savianos Buch ist spannend, schockierend und mitreißend. Ich habe es in drei Tagen gelesen und mich dabei etwa genauso oft über Buch und Autor geärgert wie ich beeindruckt war - ein Buch mit Licht und Schatten.

Wie liest sich das Buch? Der Autor reiht episodisch eine Reihe von Fallstudien aneinander, die zum Teil sehr informativ und mit dem Einblick eines Insiders geschrieben sind, der sich selbst in die Szene begeben hat. In diesem Sinne wirklich gut sind die Kapitel über die von der Camorra beherrschte Schattenwirtschaft in der Umgebung von Neapel - von der Bauindustrie über die Müllbeseitigung bis zu Kleiderfabriken, die vom Entwurf bis zur Produktion von Designerkleidern von der Camorra kontrolliert sind und ihre Sachen in der ganzen Welt absetzen. Vor allem das Kapitel über Angelina Jolie gehört zum Besten, was das Buch zu bieten hat. Ein paar interessante Fakten hat der Autor auch zu bieten - zum Beispiel über den Umsatz der illegalen Industrie oder die Gemeinden, deren Regierung wegen Infiltration durch die Mafia abgesetzt wurden. Namen finden sich im Überfluss, Anekdoten und plastische Eindrücke auch. Darstellungen der Strukturen und Funktionsweise der Camorra gibt es schon weniger, eine nüchterne Analyse der Frage, warum die Camorra so mächtig geworden ist und wie die angedeuteten Verquickungen zwischen Politik und organisierter Kriminalität funktionieren, nur sehr ansatzweise.

Was ist das Problem an dem Buch? Siehe oben: Es sind einzelne Einblicke, die ohne Verbindung aneinandergesetzt sind. Manche Passagen sind aufgebläht und reißerisch, zum Teil auch halbgar bis peinlich. Der Autor versucht sich in bildhafter Sprache, die völlig danebengeht (der Hafen Neapel als Anus, über den Waren in die See ausgeschieden werden und ähnliche Scherze). Er beschreibt nach einem spannenden Einstieg über seine Uncover-Einblicke in die Unterwelt über Dutzende von Seiten blutige Morde und Überfälle in der Region. Das wird in allen Einzelheiten ausgemalt und mit sichtlicher Freude an den grausamen Details präsentiert - ausgebranntes Auto hier, rausgepustetes Gehirn dort. Irgendwann hat man es kapiert, es stellt sich kein doller Erkenntnisgewinn mehr ein, es wird sogar langsam langweilig, aber es geht weiter und weiter. Hinzu kommen ein paar pseudoliterarisch wirkende Anwandlungen des Autors - wie er minutenlang sinnierend mit dem Finger über die Einschusslöcher einer Gewehrsalve fährt oder mit dem Kühlschrank durch den Klärschlamm reitet und sich in eine Filmszene auf hoher See versetzt. Einige Kapitel sind richtig schwach und für die Darstellung an sich überflüssig - zum Beispiel eine langwierige Darstellung der Stärken und Schwächen der russischen AK-47 (aka Kalachnikov), oder das peinliche Kapitel über die Frauen der Camorra. Die Sprache ist wie gesagt häufig blumig, redundant, wortreich und nebelhaft.

Kurzum: Roberto Saviano hat etwas Wichtiges zu sagen, hat auch zum Teil gut recherchiert, aber es hätte unterm Strich besser für zwei oder drei wirklich gute Essays gereicht als für ein ganzes Buch. Insgesamt bleibt das Buch noch lesenswert, aber schade ist es trotzdem - der Verlag trägt sicher auch eine Schuld an der reißerischen Oberflächlichkeit großer Teile dieses Buches. (Autor/in)


Italien mal anders
Aus einem Container im Hafen von Neapel, der gerade am Kran hängend entladen wird, fallen Dutzende von Körpern heraus. "Sie sahen aus wie Schaufensterpuppen. Doch beim Aufprall auf dem Boden barsten die Köpfe."
So beginnt das Buch von Roberto Saviano.
Neapel und seine Vorstädte bilden den Humus für Orgien von Gewalt, für Arbeit unter extremen Bedingungen und die Macht diverser Clans, die mit Rauschgift und dem Fälschen vom Markenware gewaltige Gewinne einfahren.
Spannend, teilweise im Stil einer Reportage, gut recherchiert und absolut glaubwürdig schidert Saviano ein Süditalien, wie es der Urlauber glücklicherweise nicht kennt.
Es ist unvorstellbar, dass dort im Jahr durchschnittlich über 200 Menschen, darunter Kinder, ermordet werden. Auch die Verbindungen nach China -billige Arbeiter- und Spanien, dort beherrschen die Italiener den Markt für Rauschgift, deckt der Autor auf.
Für alle, die Italien nicht nur mit Pasta und Wein verbinden, sondern eben auch die dunklen Seiten betrachten, die auch Auswirkungen auf andere Länder haben, ein lesenswertes Buch. (Autor/in)


Ich ziehe den Hut!
Eigentlich liebe ich Italien und besonders Neapel, aber wer sich schon einmal auf einer als Europastrasse gekennzeichneten Trasse irgendwo in den Hinterhöfen von Downtown Neapel wiedergefunden hat, weiß wovon der Autor spricht!
Man kann ihm nur Respekt zollen für seine Ortskenntis, die fundierte Recherche und vor allem für den Mut, dies auch in einem Buch unterzubringen.
Hut ab! (Autor/in)


Erschreckend
Saviano demonstriert in seinem Buch auf verstörend eindringliche Weise, dass die Schrecken des organisierten Verbrechens um keinen Deut geringer geworden sind. Trotz ausgefeilterer Ermittlungsmethoden und internationaler Kriminalbehörden feiern die mafiösen Strukturen fröhliche Urständ. Ein erschreckendes Bild eines skrupellosen Monsters, der vielköpfigen und unausrottbaren Camorra, die auch in einem modernen, zivilisierten Staat unbeeinträchtigt weiter ihre Fäden ziehen kann und sich unter den Augen der Weltöffentlichkeit zu einem internationalen Konzern entwickeln konnte. Ausgesprochen lesenwert! (Autor/in)


Die Mafia unter uns.............
Eine gewaltige Recherchierarbeit, die diesem hochinteressanten Buch Fülle und Spannung zugleich geben! Hier werden die Organisationsformen dieser jahrhundertealten krakenförmigen Verbindung aufgezeigt, die erst kürzlich ihren Terror auch in das Herz unserer Städte getragen hat und somit vielleicht so einige unserer Bürger aus ihrer heilen Welt kurz aufblinzeln lassen hat! Während Deutschland vergreist und sich mit einem längst überholtem Wirtschaftsmanagement an die Methoden und an den verbleichenden Glanz vergangener Tage festhält, zeigt uns Roberto Saviano, daß es die Mafia verstanden hat, sich der neuen Zeit und den neuen Räumen perfekt anzupassen und heute stärker denn je ist!

Wie gefährlich diese kriminelle Vereinigung heute gerade bei uns ist, läßt sich bei vielen Passagen dieses Bestsellers unschwer erahnen: wie das italienische Restaurant in Duisburg sind auch viele andere unscheinbare Restaurants in Deutschland Stützpunkte oder Drehscheiben einer Organisation, die sich noch dazu unter unseren Augen mit anderen extremen oder metaphysischen Parteien verbrüdert. Der Autor zeigt uns in flüssigem Schreibstil die Verflechtungen auf und warnt uns vor dieser überaus konzertierten wie auch brutalen Kriminalität, die eben an unserer Türe geklopft hat.

Ein Buch zum Nachdenken, es gibt eindrucksvolle Einblicke in andere Welten und Wirklichkeiten, die vielleicht heute schon unser Nachbar lebt! Das Buch führt "straight ahead" auf das Sichinfragestellen, das nach so einem packenden Werk nicht ausbleiben kann! Absolut empfehlenswert! (Autor/in)


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