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Schuld und Sühne: Roman
von Fjodor M. Dostojewskij Deutscher Taschenbuch Verlag 1997-07-01
Taschenbuch 752 Seiten ISBN: 3423124059


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Was lange währt...
   
"Schuld und Sühne" hat mich als Student der Kriminalpsychologie besonders fasziniert, da hier der psychische Zustand eines Mörders exzellent beschrieben wird. Nimmt man die stimmungsvolle Beschreibung Russlands im letzten Jahrhundert hinzu, kann einen eigentlich nur noch die Länge des Buches (bzw. der ausführliche Erzählstil, bei dem man nicht immer weiss, wozu man das alles gerade liest) vom Kauf dieses Buches abhalten.
ich habe es 2 mal gelesen
    
ich bin im moment auf welt treise und habe es 2 mal gelesen . um wircklich alles zu verstehn . aber das buch ist absulut krass. die ersten seiten passsiert garnichts ... anschliessend bringt er 2 alte omasen um und dann geht sein innere konflickt der in erst mal physisch krank macht mit fieber usw . dann plagt ihn das schlechte gewissen. wollte eigendlich das buch schon laengst im meull werfen aber scheinbar kennt jeder schwede , ami oder jap das buch und haben mir erzaehlt welch ein meilenstein dieses buch doch sei . ist auf jeden fall anders (Autor/in)
Ein geliebter raskolnijkov!
    
Tränen, lachen, Wutanfälle, Zittern, bis tief in die Nacht, sich verlieben, bemitleiden. schwere Seele. Eine Geschichte, die so ins Detail geht. Eine Figur, die lebt. ein Glaube, der bebt. Lesen. Hingeben.
Das Drama des vermeintlichen Übermenschen oder existiert Gott?
    
Nach der Lektüre der wohl besten Dostojewski-Biographie von Julius Meier-Graefe ("Dostojewski"; leider nicht bei amazon erhältlich) habe ich die Geschichte des Raskolnikow nach 8 Jahren nun ein zweites mal gelesen und meine Reaktion war erneut: "Wie kann ein Mensch nur so ein Buch schreiben!".
"Schuld und Sühne" ist die Geschichte des Mörders Raskolnikow, der zunächst aus weltanschaulichen Gründen zu einem Raubmord getrieben wird. Durchdrungen von der Frage (ja nicht Überzeugung) ob Übermenschen wie Napoleon nicht über dem Gesetz stehen und ihnen Taten erlaubt sind, die dem Durchschnittsmenschen verwehrt sind, ermordert er eine alte Pfandleierin und in Folge eine unschuldige, arme Kreatur, die sich zufällig am Tatort befindet. Der Leser begleitet Raskolnikow beim Mord, doch viel wichtiger bei seiner Reise durch seinen inneren Gerichtshof. Verfolgt vom Polizeichef Petrowitsch beginnt für ihn eine qualvolle Tour de Force, die fast zu einer tödlichen psychischen Erschöpfung führt. Zu betonen ist, das Raskolnikow am Anfang des Romans ein Ästhet - wohl auch ein intellektueller Snob - ist, durch seine Tat aber gezwungen wird an seinen Überzeugungen zu zweifeln und vor etwas größerem (das außerhalb seines Geistes liegt) zu kapitulieren.
Was ist nun dieses "Größere": Es könnte Gott sein, doch Dostojewski lässt hier bis zum Schluss (einschließlich Epilog) alles offen. Viel wahrscheinlicher ist, dass er vor der selbstlosen Liebe von Sonja (einer gottestreuen, ärmlichen doch einfachen Magd) kapituliert. Nicht die Überzeugung, dass er vor Gott Buße leisten muss, sondern er es Sonja schuldet, treibt ihn am Ende zum freiwilligen Geständnis.
Auf metaphysischer Ebene verlässt Dostojewski mit dem Raskolnikow den Grübler, der im Kellerloch verharrt (Memoiren aus dem Kellerloch-ebenfalls ein Höhepunkt des literarischen Monologs und von Dostojewski) und entlässt ihn mit der Brechstange ins Freie. Der Grübler ist nun frei und möchte handeln ("nur handeln, handeln..alles andere wird folgen). Doch holt ihn schon bald sein eigener Intellekt und vor allem seine Wille zu Sinn und vielleicht Gott wieder ein. Raskolnikows Drama ist das Drama des Übermenschen, der an sich selbst verzweifelt, weil er weder schlecht ist noch ein Nihilist ist - sondern weil er glauben möchte!
Formal lässt Dostojewski mit "Schuld und Sühne" alles schillerhafte, theatralische endgültig hinter sich und lässt mit eigentlich kargen sprachlichen Mitteln die Geschichte und die Charaktere selbst für sich sprechen. Hier ist weder eine besondere ästhetische Form, kein belehrender Ton und auch keine grandiose Auflösung mehr nötig. Der Roman dringt in psychologische Untiefen, die ich in keinem andern Roman jemals gefunden habe und zwingt den Leser geradezu immer tiefer in seiner eigenen Psyche zu graben, da ein wenig Raskolnikow in jedem von uns ist.
Am Ende des Romans ist man überwältigt von der "qualvollen psychologischen Größe" Dostojewskis und fragt sich, wie Raskolnikows Entwicklung in der Katorga in Sibierien wohl weitergehen wird. Grandios!
PS: interessant ist vielleicht auch, dass Dostojewski in den ersten Entwürfen des Romans unterschiedliche Enden konzipierte. So ließ er Raskolnikow z.B. im Selbstmord enden oder ließ den Roman mit dem Satz "Unerforschlich sind die Wege, auf denen Gott den Menschen findet" enden. Wie gut, dass er von beiden Enden absah... (Autor/in)
Einer der größten Romane aller Zeiten
    
Man sollte diese Erde nicht verlassen, bevor man dieses Buch gelesen hat. Das Leben wäre sonst ein Stückchen ärmer.
Zeitlose Literatur von Weltrang. (Autor/in)
Ein Genie seiner Zeit, welches der Literatur immer erhalten bleibt.
    
Ich möchte mich nicht den Prologen anschliessen.Der eine oder andere Prolog zu "Schuld und Sühne" kommt einem Vorwort sehr nahe, und kann nur einzig und allein von dem Autor eines Werkes geschrieben werden.Es würde auch etwas die Spannung aus dem Buch herausnehmen, das Fjodor M. Dostojewski in eindrucksvoller Weise geschrieben hat.Es ist geschriebene russische Zeitgeschichte,und spiegelt das unwürdige Leben jener Zeit wieder.In Russland herrschte das Zarentum, der Absolutismus in Franreich,und einigen Ländern Europas.Die unterbundene Meinungsfreiheit, und Zensur, führte zu Aufständen, die erst in der französischen und später industriellen Revolution in England ihren Anfang hatten, und den Machtmissbrauch beendeten.
Mein Zugang zu Dostojewsi und der Weltliteratur.
1961 wandte ich mich von den sogenannten Groschenromanen ab, und las das Buch "Schuld und Sühne". Als ich das Buch gelesen hatte,wurde ich neugierig, und habe das Tor zur Weltliteratur weit aufgestossen.Anfangs las ich nur russische Literatur, später deutsche und auch andere.
Nun zu "Schuld und Sühne" oder auch in der Neufassung "Verbrechen und Strafe".
Wenn jemand schreibt das Buch wäre langweilig und Zeitverschwendung,kann er sich nicht in die Zeit versetzen,in der dieses grossartige Werk von Fjodor M.Dostojewski geschrieben wurde.Man muss auch schon mal zwischen den Zeilen lesen,um zu verstehen was uns Dostojewski in seiner genialen Art mitteilt, und über das Gelesene nachdenken.Als Dostojewski "Schuld und Sühne" schrieb war es gerade etwas über 150 Jahre her, als Chritoph Kolumbus auf seiner Suche nach Indien Amerika erreichte.Die revolutionäre Erfindung von Johann Gutenberg um 1445 der Buchdruck mit beweglichen Lettern war etwa 220 Jahre alt.Der Analphabetismus war noch sehr verbreitet,und ausser der Geistlichkeit,und den Intellektuellen,war es nur eine Minderheit die lesen und schreiben konnte.Es gab wohl zu der Zeit als Dostojewski "Schuld und Sühne" schrieb keine zeitgenössischen Quellenwerke, aus denen er sich hätte bedienen können.Alles geschriebene von Dostojewski waren Selbsterlebnisse.Er sammelte Eindrücke, machte Erfahrungen im Umfeld,und das alles brachte ihm eine geistige Wahrnehmung.Diese brachte er in einer Weise, die nur ein grosser Meister der Erzählkunst beherrscht, zu Papier.
Zur Zeit als Dostojewski schrieb, wurden Intellektuelle von der Obrigkeit nicht gern gesehen.Sie galten als Aufklärer, und Volksverhätzer, und manch einer wurde hingerichtet.Dostojewski sollte auch hingerichtet werden,und ist dem Tode knapp entronnen, dank einer zu der Zeit hohen Persönlichkeit.
Das Buch "Schuld und Sühne"war ein Riesenerfolg, und hielt sofort Einzug in die Weltliteratur.Laut Aussage von Thomas Mann ist "Schuld und Sühne" der grösste Kriminalroman aller Zeiten. Ich glaube es war auch der erste.
Wenn auch nicht von Dostojewski,aber durch und über ihn kam ich zur Weltliteratur, habe ich ein Gleichnis gelesen,welches mein Leben über Jahrzehnte beeinflusste.Es ist bewegend,und zeigt wie tief ein Mensch fallen kann.
1969 war für mich ein gespaltenes Jahr,und das schwierigste meines Lebens.Es war bestimmt von Hoffnung, Hoffnungslosigkeit, Leidenschaft und tiefster Verzweiflung.Ich war nahe daran, in irgendwelche Niederungen meines Seins abzugleiten.Ich besann mich des Gleichnisses und liess die Flasche im Regal.
Die Erfahrung mit dieser Literatur hat mir Werte vermittelt,und ein Hintergrundwissen, welches ich sonst nie erlangt hätte.Es ist schade, dass unser Leben vom Computer bestimmt wird.Er nimmt vielen das Denken ab.Ein USB-Stick ersetzt die Erinnerung. Bestseller der Literatur werden verfilmt, und berauben uns jeglicher Phantasie.
Wie wäre es, mal wieder ein Buch zu lesen.
Zum Beispiel:
"Schuld und Sühne" von Fjodor Dostojewski.
(Autor/in)
Was für ein Kriminalroman!

Es sei ein "Kriminalroman von atemberaubender Spannung" versprach der Einband. Es ist ein wahrhaft atemberaubendes Buch. Nach wenigen Seiten sind selbst die Funktionen des Körpers, die automatisch ablaufen, entschlummert, also auch die Atmung.
Ich lese viel und lese gerne. In den nunmehr fast 45 Jahren in denen ich lese ist mir nie ein langweiligeres Buch in die Hand gefallen. Es ist irgendwie ein Kriminalroman. es gibt Mord, Selbstmord, einen Mörder und endloses Geschwafel. Dialoge, die nicht enden wollen, die die Handlung nicht voran bringen, die Personen nicht wirklich klarer werden lassen.
Sicherlich ein großer, philosophischer Roman, aber kein Kriminalroman. Ich war nach zwei Dritteln soweit das Buch beiseite zu legen, wollte mich aber nicht geschlagen geben. Hätte ich doch aufgehört zu lesen! Das Leben ist viel zu kurz es so zu verschwenden! (Autor/in)
Rezension Georgi, W.
    
Klassisches Buch, das mich schon vor 40 Jahren sehr beeindruckt hat. Deshalb habe ich es jetzt erneut gekauft,
diesmal als Geschenk. Schuld und Sühne ist ein eindrucksvoller Krimi, bei dem nicht, wie allgemein vorausgesetzt, die
Polizei den Verbrecher hinterher rennt. Im Gegenteil, der Mörder fühlt sich magisch zu seinem Vernehmer hingezogen
und macht ihm immer wieder unaufgefordert Besuche. Das wird psychologisch in einer Weise begründet, die
selbst Freud zu Ehre gereicht hätte. Auch die moralisch-politischen Tendenzen der damaligen Zeit, die grundlegend
für die Katastrophen des 20.Jahrhunderts werden sollten, sind in diesem Buch unheimlich scharfsichtig analysiert.
(Autor/in)
Der Einsamste
    
Ja was soll ich zu diesem grossen Buch nun schreiben? Ich habe es 2 Mal gelesen. Beim ersten Mal war ich nicht so begeistert, da mir andere Bücher des Autors besser gefallen haben. Nach dem 2. Lesen war ich mehr als begeistert. Raskolnikow ist irgendwie meine Lieblingsromanfigur, neben Aljoscha Karamasow, trotz seiner grossen Fehler. Wenn Raskolnikow seinen Freund anschreit, er soll zum Teufel fahren dann denkt der Kopf des Lesers "Warum verhältst Du Dich so dumm und gemein?" , aber das Herz kann Raskolnikow immer verstehen. Und das obwohl er ja ein Mörder ist und ständig sagt, er habe kein Verbrechen begangen. Dennoch ist er in der Lage nach langer Zeit endlich Reue für sein Handeln anzuerkennen und damit kann er auch "wiederauferstehen". Ein typisches Christus Motiv in Dostojewskis Romanen. Die schönste Szene des Romans ist, als Raskolnikow auf dem Heumarkt die Erde küsst. Das Buch zeigt sehr eindringlich was mit einem vollkommen verzweifelten Menschen passieren kann, was er durchmacht. Denn Raskolnikow ist das beste Beispiel für einen Menschen, der vollkommen einsam ist weil er sich von allen anderen Menschen (durch seine Tat) ausgeschlossen hat. Die Probleme Raskolnikows entspringen der Tatsache, das er nicht mehr glauben kann und infolgedessen auch keine Richtschnur mehr für sein Handeln sieht. Somit zieht sein Intellekt den Schluss, er allein bestimme die Moralität seines Handelns. Kann das richtig sein ? Durch das Buch kann vielleicht auch mancher besser auf die Frage antworten, "Dürfen wir klonen?" Jeder der diese Frage schwer beantworten kann, empfehle ich das Buch zu lesen (auch wenn es manchmal ein wenig düster ist und wenig zu lachen gibt) (Autor/in)
Langatmiger Anfang, den Rest habe ich nicht mehr gelesen.

Es mag ja ein Klassiker der Weltliteratur sein, aber dieses Buch ist auch ein klassisches Beispiel für langatmige Anfänge. Ein Brief der Mutter von Raskolnikow wird auf fünf Seiten ausgebreitet. Oder der Sermon von Semjon Sacharytsch Marmeladow, der Raskolnikow in einer Kneipe anspricht und ihm seitenlang die Ohren volljammert ... Um es kurz zu machen: ich habe auf Seite 44 das Interesse verloren. Ob die Geschichte wirklich so gut ist, kann ich leider nicht sagen. Ich frage mich, wie sie beurteilt würde, wenn man sie heute als Manuskript eines unbekannten Autors an einen Verlag schickte. (Autor/in)
Ein außerordentlicher Einblick in die Psyche eines Menschen!
    
Mit diesem Buch gelingt es Dostojewski, dem Leser einen tiefen Einblick in die Psyche eines anderen Menschen zu gewähren. Durch seine detaillierte Beschreibung der äußeren Lebensumstände, Beobachtungen und Gedankengänge der Hauptfigur, kann man die Entwicklung derselben nicht nur nachvollziehen, sondern sogar "erleben". Gerade dadurch, dass diese Entwicklung sehr extrem ist und schließlich nicht nur zu mehreren Morden, sondern auch in dem Wunsch zur Sühne sowie tief empfundener Liebe führt, gewinnt dieses Buch an Tiefe und Spannung. Dostojewski schafft es, trotz dieser extremen Entwicklung, dem Leser diesen Menschen näher zu bringen, ja sogar ihn zu verstehen. Diese Art den Leser die inneren Prozesse eines anderen Menschen erlebbar zu machen, habe ich bisher sonst nur bei Hermann Hesse gefunden. Des Weiteren merkt man diesem Buch sein Alter kaum an, da die Sprache des Buches nicht antiquiert wirkt. Lediglich die Fülle an russischen Namen und Spitznamen macht es dem Leser nicht leicht die Personen zuzuordnen, weswegen ich empfehlen würde das Buch ohne große Unterbrechungen durchzulesen oder sich Namensnotizen zu machen. Für mich ist diese Buch eine große Bereicherung gewesen. Ich habe es genossen, mit diesem Buch eine geistige Reise in die Psyche eines Menschen zu machen, welche fast das gesamte Spektrum der menschlichen Gefühle umfasste. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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