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Deutsch

Die dunkle Seite des inneren Kindes: Die Vergangenheit loslassen, die Gegenwart leben

Die dunkle Seite des inneren Kindes: Die Vergangenheit loslassen, die Gegenwart leben
von Stephen Wolinsky
Lüchow
2004-09-01

Taschenbuch
208 Seiten
ISBN: 3363030495




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Na endlich...
Aus persönlichen, notwendigen Gründen beschäftige ich mich mit einigen Theapieformen und psychologischen Sichtweisen. Die Sichtweisen, wie sie in diesem Buch eingenommen werden, halte ich für bislang einzigartig hilfreich und erhellend, vorallem, weil hier nicht von einem x-ten waghalsigem Konzept zum Thema "inneres Kind" aufgewartet wird, sondern in einer für mich nachvollziehbaren Weise Ansichten und "Lösungen" angeboten werden, die die durchaus extrem problematischen Auswirkungen eines eben nicht so liebevollem und wertvollem inneren Kindes behandeln. Es ist eben nicht alles, zu wissen, dass das innere Kind durchaus Liebe, Verständnis, Verbündung und Aufmerksamkeit bekommen muss. Was ist, wenn das traumatisierte, innere Kind fortbesteht und einem das Leben erschwert oder regelrecht verbaut, obwohl real alle Bedingungen vorhanden sind, ein zufriedenes Leben in der Gegenwart und Realität führen zu können? Das in Mode gekommene "innere Kind" kann eben auch diese in diesem Buch angesprochene "dunkle Seite" besitzen und damit wirken - egal wie alt man auch sein mag. Für alle die, die dies in sich wahrnehmen können, stellt dieses Buch einen erfreulichen Einstig dar, mit diesem umzugehen zu lernen - und es vielleicht sogar den Einfluss zu nehmen. Ohne Zauber, ohne Spiritualität, ohne "jetzt-sind-wir-mal-ganz-lieb-zu-unserem-inneren-Kind". Ich hoffe, dass viele Therapeuten sich von den Grundsätzen anregen lassen und der Ernst der Sache einem davon abhält, den Schriftsteller ins Rampenlicht zu stelllen - sondern die Thematik, die vorallem viele "ehemalige" misshandelte Kinder ansprechen könnte. (Autor/in)


Ein originelles, differenziertes Buch
Ich finde das Buch sehr gut und geeignet vor allem für diejenigen, die sich schon in einer guten Therapie befinden und ihr inneres Kind bereits entdeckt haben (und zwar nicht nur theoretisch aus den Büchern, sondern eben konkret, beim Handeln). Natürlich und zweifellos ist das innere Kind wunderschön und unschuldig und braucht Liebe (besser gesagt hat Liebe gebraucht, hat sie aber nicht bekommen und das ist der Wundepunkt!), der Autor möchte allerdings einen anderen Aspekt betonen, und zwar dass im Leben so vieler Menschen das innere Kind am Steuer sitzt und "den Bus fährt" (siehe Robert Burney); diese Menschen können sich nicht auf erwachsene Art mit ihrem jetzigen Leben konfrontieren und wie Erwachsene agieren, sondern reagieren immer vom Zustand des verletzten inneren Kindes heraus. Diese "dunkle" Seite des inneren Kindes ist der eingefrorene Teil unseres Selbst, der immer noch in der Vergangenheit lebt und (re)agiert, ohne zu wissen, dass wir jetzt viel mächtiger sind als damals. Es wäre gut und lohnend, wenn wir alle verstehen würden, dass wir dem damaligen Kind, das wir waren, keine Liebe geben können, die wir damals nicht bekommen haben, dass die Liebe der Eltern schlicht und einfach nicht da war und wir das auch in der besten Therapie nicht mehr rückgängig machen oder "reparieren" können, dass wir nichts ersetzen können und dass es für manche seelischen Traumen keine endgültige Heilung gibt, aber dass es wichtig ist, unser jetziges Leben besser zu meistern, indem wir die alten Zwänge und Verhaltensmuster durchschauen und auflösen... oder es zumindest versuchen. Damit wir im Jetzt leben und bewusste Entscheidungen treffen können und uns nicht von dem verletzten inneren Kind steuern lassen. Viele "Ratschläge" im Buch sind in der Tat sehr vereinfacht dargestellt und ich musste an manchen Stellen auch bitter lachen (Wie kann ich wissen, was mein inneres Kind nicht wissen wollte, wenn ich es damals verdrängt habe, eben um es nicht mehr zu wissen??), gerade deswegen würde ich das Buch nur denjenigen empfehlen, die bereits in einer Therapie sind und sich intensiv mit dem Thema befasst haben, denjenigen, die das Leugnen ihres Egos überwunden haben, die echte Verantwortung für ihr Leben übernehmen wollen und die bereit für die seelischen Schmerzen sind, die eine selbstkritische Reise in die Vergangenheit mit sich bringt. Wie der Autor sagt, manchmal ist es schon genug, den Beobachter zu erschaffen und wach(er) zu werden, später wird man feststellen, dass sich manche Sachen (Ansichten, Meinungen, Wahrnehmungen, Reaktionen, Gedanken, Gefühle) "wie von selbst" geändert haben. Das war zumindest meine Erfahrung. (Autor/in)


Stephen Wolinsky "Die dunkle Seite des inneren Kindes"
Stephen Wolinsky "Die dunkle Seite des inneren Kindes". Es geht darum, wie Menschen in der Jugend ihre Wahrnehmung angstbesetzter Situationen in sich durch positive Phantasien überblenden und damit aus der Wahr-nehmung ausblenden. Die genannten Situationen sind oft mir Gewalt seitens der Eltern, mit Liebesverlust oder mit dem Verlust von Menschen verbunden. Im späteren Leben funktioniert diese einmal eingeübte Überblendungsroutine sehr effizient weiter. Dadurch hindert sie auch den nun erwachsen gewordenen Menschen fortlaufend daran, in Situationen, die den Situationen in der Kindheit äußerlich ähnlich sind, die heutige Wirklichkeit so zu sehen, wie sie jetzt ist. Sie ist für den Erwachsenen in den meisten Fällen ja gar nicht mehr angstbesetzt. Aber die Wirkungsweise der alten Überblen-dungsroutine ist so effizient, daß der Mensch immer noch in den alten Mustern weiter reagiert. Diese Vorgänge sind dem Einzelnen nicht bewußt, und gerade deshalb sind sie so wirkungsvoll. Wolinsky verwendet für seine Darstellungen eine unnötig komplizierte Sprache. Und er nutzt für den Prozeß der Überblendung der Wirklichkeit der Erwachsenen durch die in der Jugend eingeübte Ausblendung den Begriff "Trance". Das ist gewöhnungsbedürftig. Ich denke, daß für das Verständnis seiner Darlegungen auch nicht die Vorstellung eines "inneren Kindes" nötig ist, das sozusagen als Ak-teur dieser Selbsttäuschungen auftritt (aber diese "inneres Kind"-Vorstellung ist in der Psychologie weit verbreitet). Aber im Prinzip beschreibt er m.E. Prozesse, von denen ich vermute, daß sie in der Wirklichkeit sehr vieler Menschen so ähnlich auch ablaufen, sehr anschaulich.
Allerdings kommt ab der Mitte des Buches die Enttäuschung. hat der Leser gedacht, nun ginge es noch interessanter weiter, hat er sich geirrt. Ab Mitte des Buches schreibt er nur noch hastige Zusammenstellungen von Themen, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen... Schade! (Autor/in)


ehrliche Bestandsaufnahme nicht verarbeiteter Gefühle
Das "innere Kind" ist eben nicht immer nur das unschuldige Opfer, das keiner Fliege was zuleide tun kann.

Es geht in diesem Buch nicht um das Scheusal, zu dem mancher Mensch seinen inneren Kern macht, der nicht erfüllte Bedürfnisse nicht überwunden hat, um die Machtlosigkeit der damaligen Situation abzuwehren. Sondern hier geht es um die nicht verarbeiteten wütenden, traurigen oder ängstlichen Gefühle, die wir solange als Handlungsmotiv benutzen und dabei glauben, auf das Hier und Jetzt zu reagieren, bis wir uns klar machen, dass die Welt heute eine andere ist als die, aus der wir rausgewachsen sind.

Obwohl über 10 Jahre alt immer noch hoch aktuell. (Autor/in)


Das geht in die falsche Richtung!
Menschen, die in ihrer Kindheit seelisch traumatisiert worden sind, haben sich als Erwachsene ohnehin schon unbewußt von dem Kind, das sie einmal waren, abgespalten. Manche mehr, manche weniger. Wer sich bewußt von seinem Inneren Kind distanziert, verschlimmert dadurch die bereits bestehenden seelischen Verletzungen.

!Bei einem seelisch-körperlich gesunden Menschen gibt es keine Trennung zwischen dem Erwachsenen und dem Kind.

Um heilen zu können, braucht das Innere Kind die liebevolle Zuwendung eines Erwachsenen - egal, ob es traurig, ängstlich, panisch, haßerfüllt oder blindwütig ist.
Das verletzte Innere Kind braucht den verständnisvollen Erwachsenen, der sich dem Kind öffnet und ihm zuhört, es weinen (trauern) und schreien läßt. Das verletzte Kind leidet unter all den Tränen und Schreien, die es zurückhalten muß(te).

Aufgabe des Erwachsenen ist es, die Gefühle des verletzten Kindes in die richtigen Bahnen zu lenken, so daß z.B. Wut und Zorn durch Schläge auf eine Matratze (oder einen Boxsack) veräußert werden, anstatt sie an Menschen auszulassen.
Ein in der Kindheit seelisch traumatisierter Mensch ist ein schwacher Erwachsener, der anfangs Hilfe und Unterstützung eines geeigneten Körperpsychotherapeuten braucht.

Die Heilung des Inneren Kindes ist eine Lebensaufgabe. Die tiefen Verletzungen, die die meisten Menschen in sich tragen, heilen nicht über Nacht.

!Zu einer Aufspaltung ("viele Innere Kinder") kommt es nur bei außergewöhnlich schwer mißhandelten Kindern!

Ich empfehle die Bücher von:
* Alice Miller
* Alexander Lowen (Bioenergetik)

und ein Buch von Susan Forward: "Vergiftete Kindheit".

In "Vergiftete Kindheit" finden auch (nicht nur) Menschen, die als Kinder sexuell mißbraucht worden sind, Hilfe und Anleitung zu dem wichtigen, heilsamen Schritt der Konfrontation. (Autor/in)


zum Teufel
Dieses Buch ist wirklich nicht empfehlenswert, der dieses Buch liest, entfernt sich mehr von sich selber und das innere Kind verkümmert vollkommen. Es sind zwar einige Ansätze dabei, die man in Betracht ziehen sollte. Z.b, dass ein Täter gleich Opfer und andersherum ist -und auch dass unsere Vergangenheit und unsere Eltern uns einiges an Arbeit mit gegeben hat. Nur die Arbeit mit den "selbst erfundenen Kind" bleibt total auf der Strecke... zum Schluss gibt es gar kein inneres Kind- alles nur Hirngespenste, laut Autor !!!! Ich halte dieses Buch für die schlimmste Krankheit welch wir unseren inneren Kindern nie wünschen würden.

(Autor/in)


Innovativer Ansatz - wider den Therapeuten-Mainstream!
Die Erfahrung, dass frustrierende oder traumatisierende Kindheitserlebnisse sich im Erwachsenenleben behindernd auswirken, ist nicht neu.
In der aktuellen therapeutischen Praxis gehört es zum common sense, diese kindliche Erlebensvielfalt zusammenzufassen unter dem Symbol "das Innere Kind"; das therapeutische Bemühen zielt darauf ab, das verletzte Kind zu heilen und die unerfüllten Bedürfnisse der Kindheit aus der Gegenwart des nun Erwachsenen retrospektiv zu befriedigen, indem sich der Patient mit dem ehemaligen Kind identifiziert und z. B. positive, unterstützende Elternfiguren imaginiert, um so Traumata und Frustrationen aufzulösen.

Stephen Wolinsky stellt dazu die provozierende Frage an seine Therapeutenkollegen:" Ist es tatsächlich jemandem von Ihnen gelungen, das Innere Kind mit dieser Methode zu heilen?"

Wolinsky ist selbst Inzest-Opfer, hat durch die gängige "Inneres-Kind-Therapie" keine therapeutische Hilfe erfahren und seinen eigenen Ansatz entwickelt:

1. Es gibt kein "Inneres Kind" sondern sehr viele Innere Kinder, die sich jeweils in einem situationsbedingten Kontext gebildet haben.

2. Diese Inneren Kinder wurden geschaffen von einer psychischen Instanz, die Wolinsky "das Selbst" oder "der Beobachter" nennt, und die älter und ursprünglicher ist, als die Inneren Kinder.

3. Die Schaffung dieser "Kinder" war eine Strategie, die der kindlichen Psyche das Überleben sicherte in überfordernden Situationen (Schläge, Missbrauch, familiäres Chaos etc.).

4. Die kindlichen Überlebensstrategien haben sich verselbständigt und die Kraft, den Erwachsenen zu "hypnotisieren", der daraufhin in "Trance" fällt und regressive, automatische Verhaltenstendenzen zeigt.

Wolinskys therapeutischer Ansatz zielt daher auf Distanzierung (statt Identifikation) von den Inneren Kindern, um ihnen ihre begrenzende, tranceauslösende Macht zu nehmen: was vom "Beobachter" geschaffen wurde, kann auch von ihm - als schöpferischer Instanz - wieder aufgelöst werden, im Sinne von Wolinkys "Quantenpsychologie", die Heisenbergs Unschärferelation auf psychische Prozesse überträgt.
Unterschiedliche Arten von automatischer Regression (Trance) werden aufgeführt und zu jeder ein (Selbst)Hilfeweg angegeben, der die Trance zu brechen vermag, um dem Erwachsenen mehr Handlungsfreiheit zu ermöglichen.

Zu den behandelten "Nebeln der Unbewusstheit" gehören Strategien wie Zukunftsphantasien, Besonderheitsgefühle, destruktive innere Dialoge, Amnesie und Fühllosigkeit, und auch, ein besonders ausführliches Kapitel, das Spiritualisieren: Wolinsky deutet Glaubensstrukturen als kollektiven Versuch, Schmerz und Chaos zu organisieren, eine Tendenz, die vermutlich in unserem Nervensystem angelegt sei.

Fazit:
Ein erhellendes Begleitbuch zur Therapie schwertraumatisierter Patienten, aber auch gut geeignet als Selbsthilfebuch für alle, die sich von alten Verhaltensmustern befreien wollen.
Hinweis: der unverstellte Blick auf die kindlichen Überlebensstrategien (= erwachsene Lebenslügen!) kann schmerzhaft sein.



(Autor/in)


Viel Gerede und wenig wirklich greifbare Fakten
Ich bin ja persönlich schon ein Fan vom inneren Kind. Dazu gibt es wirklich gute Bücher, die einem behutsam in dieses Thema einführen. (z. B. Aussöhnung mit dem inneren Kind) Die dunkle Seite des inneren Kindes mag ja unter Anführungszeichen existieren. Jedoch sind die beschriebenen Maßnahmen diese zu beheben immer dieselben und nur schwerlich wirlich in der Realität auszuführen. Für mich geht dieses Buch an der Wirklichkeit vorbei. Ich denke, jeder weiß, das Kinder, eben auch das innere Kind, mal Dinge will die nicht gut oder in Ordnung sind. Ich war von diesem Buch sehr enttäuscht, da es mir keine Hilfe war, ganz im Gegenteil. Wer sich nach diesem Buch richtet, wird jeglichen Kontakt zum inneren Kind verlieren und sicherlich nichts bei sich heilen.


Die liebevolle Entmystifizierung des inneren Kindes !
Dr. Stephen Wolinsky ist hier ein genialer Schachzug gelungen. Mit seinem Arbeitsbuch zum inneren Kind befreit er es von der Illusion, dass Kinder immer nur gut wären, besonders das eigene innere Kind. Tatsächlich sind die meisten inneren Kinder, bevor wir anfangen uns ihnen konstruktiv zuzuwenden, manipulativ, angepasst, selbstzerstörerisch usw.

Diese Verhaltensweisen, die sich das innere Kind als Überlebenstechniken angeeignet hat, sind natürlich weitgehend ungeeignet, wenn wir ein Leben als erwachsenes Mitglied einer menschlichen Gesellschaft gestalten wollen, und sollten nicht idealisiert oder entschuldigt werden (so nach dem Motto "Ich musste doch die Schokolade stehlen, mein inneres Kind wollte es so ....")

Hier bietet Wolinsky eine Fülle von Erkentnismöglichkeiten und sehr praxisbezogenen Übungen an, die es dem Leser erlauben, im eigenen Tmepo, gemäß der eignenen inneren Stimmigkeit mit dem inneren Kind zu leben und zu wachsen.

John Bradshaw (der Autor des Millionensellers "Das Kind in uns"), schreibt über dieses Buch: "Durch Dr. Wolinsky konnte ich meine eigene Arbeit besser verstehen." (Autor/in)


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